Mehr als Sport - Teil 2
Es geht darum, das 
Bewusstsein zu verändern

 

 

 

Beim in unseren Breiten so beliebten Wintersport spricht man nach wie vor von den „Exoten“, wenn etwa bei Weltmeisterschaften Sportler aus südlicheren Gefilden – vielleicht sogar mit dunkler Hautfarbe – an den Start gehen. Ein Bobteam aus Jamaika, das an den Olympischen Spielen teilnahm und sich mutig den Eiskanal hinabstürzte, erregte sogar so viel Aufsehen, dass ihre Geschichte mit dem Titel „Cool Runnings“ verfilmt wurde. Im Fußball dagegen sind eher wir die Exoten, und da ist es längst eine Selbstverständlichkeit, dass als Nationalmannschaft für ein Land eine bunt zusammengewürfelte Multi-Kulti-Truppe antritt. Namen wie David Alaba, Marko Arnautovic oder Ekrem Dag gehören unhinterfragt zu einer österreichischen Auswahl. Ein gelungenes Beispiel für Integration durch Sport.

Die DSG hat das integrative Potenzial des Sports für Menschen, die aus anderen Ländern und Kulturen zu uns kommen, erkannt und einige Projekte entwickelt, um deren Integration zu fördern. Als kleiner Verein könne die DSG zwar Migranten nicht selbst aktiv integrieren, wie Diözesansport­referent Bernd Kindermann erklärt, wohl aber Impulse setzen, um das Bewusstsein bei den Menschen zu verändern. Er mache immer wieder die Erfahrung, dass sich anfänglich auftretende Widerstände schnell auflösen, sobald man mit konkret Betroffenen in Berührung kommt. Eine Familiensport- und -singwoche im Sommer, an der afrikanische Familien teilnehmen, hat sich bereits gut bewährt.

Das Projekt „Sport baut Brücken“ startete 2010 und wurde mit dem staatlichen Integrationspreis ausgezeichnet. Dabei geht es um den Abbau von Vorurteilen gegenüber Fremden. „Mentoring im Sport“ nennt sich ein Projekt, das Migranten unterstützt, bei Sportvereinen Fuß zu fassen, ihre Kompetenzen einzubringen oder zu erweitern. Es versteht sich nicht als Sozialprojekt, sondern als Initiative, von der beide Seiten profitieren. So ist eine Begegnung auf gleicher Ebene möglich. Mentor(inn)en für dieses Projekt werden gesucht. In der Entwicklungsphase befindet sich das Projekt „Sport und Lernen“. An einem Nachmittag pro Woche soll dabei in Volksschulen je eine Stunde Bewegung und eine Stunde Lernen angeboten werden – gemeinsam für Kinder österreichischer und fremdländischer Herkunft. Für die Kinder entstehen dabei keine Kosten.
Alfred Jokesch

 

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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