„Ökumenischen Sommer.Bildung"
Ermutigung und Auftrag

An runden Tischen diskutierten (v. l.): 
Stefan Gmoser (Moderation), Walter Prügger, Elisabeth Meixner, Wolfgang Rehner, Barbara Krenn, Bischof Wilhelm Krautwaschl und Sabine Krenn-Fast (Moderation).
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  • An runden Tischen diskutierten (v. l.):
    Stefan Gmoser (Moderation), Walter Prügger, Elisabeth Meixner, Wolfgang Rehner, Barbara Krenn, Bischof Wilhelm Krautwaschl und Sabine Krenn-Fast (Moderation).
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„Neu hören. Neu sprechen“ lautete das Motto der „Ökumenischen Sommer.Bildung“ 2021 von 6. bis 8. September am Bildungscampus Augustinum.

Nach einem Jahr, in dem Schulen und Hochschulen von der „neuen Normalität“ des Online-Unterrichts stark herausgefordert wurden, trafen sich in den ersten Septembertagen an die 150 evangelische und katholische ReligionslehrerInnen aus der Steiermark nach langer Zeit zum ersten Mal wieder „face-to-face“, um gemeinsam die enormen Veränderungen in der Kommunikation auszuloten und zu reflektieren, welche die letzten 15 Pandemiemonate mit sich gebracht haben.

Seit 2017 wird diese seit mehr als 40 Jahren stattfindende Tagung in Kooperation der KPH Graz und der KPH Wien/Krems ökumenisch durchgeführt. Ein schöner Ausdruck dieses guten Miteinanders der beiden Konfessionen in der Steiermark ist der ökumenische Segenswunsch, den Bischof Wilhelm Krautwaschl und Superintendent Wolfgang Rehner den TeilnehmerInnen der Tagung zusprechen. Dabei nahm das Einleitungszitat zum Segen auch gleich den inhaltlichen Dreischritt der Tagungen – nämlich die „VerändeRUng“ – auf: „Der einzige Mensch, der sich vernünftig benimmt, ist mein Schneider. Er nimmt jedes Mal neu Maß, wenn er mich trifft, während alle anderen immer die alten Maßstäbe anlegen in der Meinung, sie passten auch heute noch“ (George Bernard Shaw). Und so werden auch die „Ökumenischen Sommer.Bildungen“ in den Jahren 2022 und 2023 neu Maß nehmen: Nach der VerändeRUng der Kommunikation, die heuer im Zentrum steht, werden in den folgenden beiden Jahren die VerändeRUng der Bildung – „Neu lehren. Neu lernen“ – und die VerändeRUng des Glaubens – „Neu beten. Neu leben“ – in den Blick genommen.

Ganz unter dem Tagungsmotto der VerändeRUng der Kommunikation stand die Eröffnungsveranstaltung, die heuer erstmals auch gestreamt wurde. Barbara Krenn, gebürtige Steirerin und Leiterin der ORF-Hauptabteilung „Religion und Ethik multimedial“, widmete sich in ihrem Eröffnungsvortrag der Frage, wie Sprechen über Religion und Glauben in Zeiten der Krise möglich ist. Im anschließenden Gespräch zwischen Bischof Krautwaschl, Superintendent Rehner, Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner, dem Leiter des Ressorts Bildung, Kunst & Kultur Walter Prügger und Barbara Krenn wurde das Thema der Veränderung im Bildungsbereich und in der Glaubenskommunikation aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Hier fielen wichtige Stichworte: Resilienz, verlässliche AnsprechpartnerInnen, bleibender Qualitätsanspruch, Seelsorgeort Schule, Fragen der Menschen hören, kreative Formen der Kommunikation finden und das gemeinsame Ziel nicht aus den Augen verlieren – gerade auch im Raum der Kirche. Es gilt, konstruktiv-kritische Fragen zu stellen, top ausgebildetes Personal einzusetzen und Vernetzung zu fördern.

Die einzelnen Workshops dieses Symposiums boten die Möglichkeit, vertieft miteinander ins Gespräch zu kommen und vielfältige Anregungen für das eigene religionspädagogische Tun mitzunehmen: Virtualität und Körperlichkeit, Medien, Kunst und Sinnstiftung, Erzählen und Schreiben und vieles mehr waren Thema.
Die Schlussbotschaft der Round-Table-Gäste an die steirischen ReligionspädagogInnen ist Ermutigung und Auftrag zugleich: Lebe jetzt! Alles wird gut! Danke! Füreinander! Du bist nicht allein!

Zum Thema

Mediale Sinnangebote in Zeiten der Krise
„Die Pandemie hat die Fragilität des Lebens mit ganzer Wucht deutlich gemacht; sie hat einer Gesellschaft, die es gewohnt war, alles bewerkstelligen zu können, die es gewohnt war, selbst Unverfügbares verfügbar zu machen, deutlich ihre Kontingenz, also die Offenheit und Unverfügbarkeit menschlicher Lebenserfahrung, vor Augen geführt“ – so das Eingangs-statement der Religionsjournalistin Barbara Krenn im Rahmen ihres Eröffnungsvortrags bei der „Ökumenischen Sommer.Bildung“, bei dem sie Einblick in ihre Arbeit als Leiterin der ORF-Hauptabteilung „Religion und Ethik – multimedial“ gab.

Dass unser Leben viel weniger in unseren Händen liegt, als uns das manchmal lieb ist, hat Corona sehr deutlich gezeigt. Hier wird eine Funktion von Religionen wichtig, nämlich dass sie auf die Unverfügbarkeit menschlichen Lebens verweisen, Menschen also dabei behilflich sein können, mit Unsicherheit umzugehen. Und so fragen Menschen in Zeiten, in denen ihnen ihr Leben zu entgleiten droht, tatsächlich verstärkt nach dem, was trägt – das zeigen zum Beispiel die hohen ZuschauerInnenquoten bei den ORF-Übertragungen von religiösen Feiern (ca. 300.000 Zusehende beim Ostergottesdienst 2020) und Gedenkstunden zu Zeiten der Lockdowns oder in den Tagen nach dem Terroranschlag in Wien.

In diesen Zeiten bemühte sich der ORF verstärkt, Hilfestellung zu bieten und
Sinnangebote zur Verfügung zu stellen. Mit seinem Angebot wurden auch Menschen angesprochen, die nicht im engeren Sinne religionsaffin sind. Mit welchen Themen ist dies gelungen? Es wurden Menschen porträtiert, die durch Schicksalsschläge herausgefordert wurden, denen es aber gelang, diese in das eigene Leben zu integrieren. In diesem Zusammenhang kommt die Resilienz, das „Immunsystem der Seele“, in den Blick und die Frage, wie es „trainiert“ werden kann. Auch die Einsamkeit – eine „moderne Zivilisationskrankheit“ – war ein großes Thema. Letztlich stellte die Pandemie die große Frage danach, was ein gelingendes Leben ausmacht: Wie sollen und wollen wir miteinander gut leben?

Aus KPH wird PPH
Mit 1. Oktober 2021 heißt die Kirchliche Pädagogische Hochschule der Diözese Graz-Seckau, bisher kurz KPH Graz, Private Pädagogische Hochschule Augustinum – PPH Augustinum. Damit wird die Zugehörigkeit zum Campus Augustinum stärker betont.

Gott in der Schule erfahrbar machen

Die neuen ReligionslehrerInnen wurden in den Dienst gesendet.

Bei einem feierlichen Gottesdienst in der Kirche des Augustinums eine Woche vor Schulbeginn wurden die neuen Religionslehrerinnen und Religionslehrer von Bischof Wilhelm Krautwaschl für ihren Dienst in verschiedenen steirischen Schulen gesendet. „Durch Ihren Einsatz aus Liebe sind Sie es, die den Lebendigen im Alltag der Schule erfahrbar machen“, hielt Bischof Krautwaschl in seiner Predigt fest und drückte seinen großen Respekt vor ihrer Arbeit aus.

Hier die 41 Neuen im Religionsunterricht:
Istvan Ancsin (LBS Graz 4), Mateja Barisic (VS Wildon), Raphaela Christian (VS Hausmannstätten), Elisabeth Derler (VS Gasen), Josef Edelsbrunner (VS Leoben-Stadt), Agnes Fankhauser (VS Wildbach), Kristina Fuchs (VS Graz-Puntigam), Nina Fuchs (VS Hatzendorf), Anna Gradwohl (BG/BRG Köflach), Christoph Großschädl (Gym. Leibnitz), Claudia Haiden (VS Halbenrain), Sarah Hödl (MS Eggersdorf), Maria Höllerbauer (FS Kirchberg/Walde), Silvia Hölzl (FS Burgstall), Anna-Lena Horatschek (VS Graz-St.Peter), Lukas Hösele (PTS Deutschlandsberg), Bibiana Hubmann-Fellner (VS Graz-Engelsdorf), Marina Ivic (VS Graz-Ferdinandeum), Nina Jantschgi (Ski-Handelsschule Schladming), Martina Kahr (VS Pachern), Alexandra Koller-Castellani (VS Stadl), Karoline Kranabetter (MS Ratten), Raphaela Kuzmits (LFS Hafendorf), Mathias Mikusch (MS St. Stefan/St.), Rosita Möstl (VS Gössendorf), Hannes Neumann (MS Stallhofen), Monika Nujic (MS Graz-St.Peter), Doris Ofner (FS Maria Lankowitz), Sr. Kerstin Oswald (VS Jagerberg), Helena Papic (VS Pestalozzi-Leoben), Klara Perne (VS Stainztal), Anika Pint (Sternschule Deutschlandsberg), Anisha Rabensteiner (VS Arnfels), Theresa Reif (MS Obdach), Kerstin Rinnhofer (VS Frauental), Elisabeth Robinson (Vulkanlandschule), Kerstin Schablas (MS St. Michael), Kristina Schieder (priv. MS Schulschwestern Eggenberg), Jana Vrdoljak (VS Kirchberg), Clara Walluschek (VS Ursulinen), Luca Winter (MS Straß).

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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