In memoriam
Er nahm Seelsorge persönlich

Mit dem Gotteslob in der Hand, auf den Lippen und im Herzen: So kannten viele Pfarrer Wolfgang Posch und erlebten ihn in feiernder Gemeinde, in froher Runde, unterwegs und in persönlicher Begegnung. Aus einem vielseitigen und liebevoll geleisteten priesterlichen Dienst wurde er am 25. August völlig unerwartet herausgerissen. Seit 2008 leitete er die Grazer Pfarren Straßgang und St. Elisabeth in Webling als Pfarrer. Zuvor hatte er als solcher in Köflach und Pichling, Modriach, Hirschegg und Pack gewirkt. Er war Geistlicher Assistent der Berufsgemeinschaft der Pfarrsekretärinnen und Pfarrsekretäre und leitete die Sektion Pastoralliturgie der Diözesankommission für Liturgie. In seiner Kaplanszeit unterrichtete er auch Religion.

Pfarrer Wolfgang Posch. Tiefe Betroffenheit nach dem plötzlichen Tod des engagierten Priesters.

Ein freundliches Gesicht, ein fröhliches Lachen und offene Arme gehörten zur Körpersprache von Geistl. Rat Mag. Wolfgang Posch. Schon das zeigte, wie der Pfarrer von Graz-Straßgang und St. Elisabeth in Webling Seelsorge verstand. Das persönliche Gespräch und die Begegnung mit den Menschen waren ihm am wichtigsten. Er nahm sich dafür Zeit nach dem Gottesdienst, bei vielen Besuchen und Seelsorgegesprächen, auch mit den einzelnen Firmlingen. Dafür, dass die Begegnungen nicht flüchtig blieben, sorgte auch sein enorm gutes Gedächtnis.

Mit Freude und Würde verstand es Pfarrer Posch, Gottesdienste zu leiten und Feste zu gestalten. Dazu trug auch sein ausgeprägter Sinn für Ordnung und Schönheit bei. Was er angriff, nahm er sehr ernst und wollte es ordentlich durchführen und durchgeführt haben. Auch in der Stadtkirche Graz und bis zuletzt in der Diözesankommission für Liturgie engagierte er sich für den Gottesdienst. Ein Anliegen waren ihm auch die Orte für Seelsorge und Liturgie. Die umfassende Innenrenovierung der Straßganger Kirche, die Außenerneuerung der Florianikirche oder die neue Aufbahrungshalle zeugen davon.

Sein plötzlicher Herztod am 25. August riss ihn erst 64-jährig aus einem vorbildlichen Priesterleben heraus. 1984 war der in Hartberg Geborene zum Priester geweiht worden. Er war Kaplan in Heiligenkreuz am Waasen, dabei Dekanatsjugendseelsorger für Graz-Land und dann Kaplan in Graz-Straßgang und Köflach.

In Köflach (mit Pichling) blieb er dann von 1990 bis 2008 als Pfarrer, ebenso für Hirschegg, Modriach und Pack. Als „wahnsinnig fleißig“ und „richtigen Schöpfer“ haben ihn schon seine weststeirischen Pfarren erlebt, die er lange im Team mit einem Kollegen betreute. Er hielt gute Kontakte zu den Gemeinden, Schulen, zum Kindergarten, zu den Sportlern und Sportvereinen und zu allen Bevölkerungsschichten. Auch auf Zugezogene und Ausländer ging er gerne zu.

Der offene und gesprächsbereite Seelsorger bereitete mit der ihm eigenen Sorgfalt erlebnisreiche Reisen vor, ging nach Mariazell und begründete einen adventlichen Friedenslauf von Mariazell nach Köflach mit. Zu den Höhepunkten seiner weststeirischen Zeit gehörten zwei Besuche von Kardinal König, dem später eine Gedächtniskapelle errichtet wurde.

Der Seelsorger mit seinem großen Herzen für die Menschen hat überall Bleibendes hinterlassen und Wege gezeigt, die viele Menschen dankbar weitergehen werden.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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