ICH WAR DA. BEI - Teil 04
Er ist ein Grenzgänger 
zwischen zwei Tälern

PGR Franz Schaffer (mit der Kirchenfahne).

 

 

Tradition zu leben bedeutet nicht, dass alles einfach so bleiben soll oder gar muss, wie es immer schon war. Für Franz Schaffer gehören zwei Dinge dazu, die miteinander im Gleichgewicht sein sollen: Gutes bewahren, aber – genauso wichtig – immer offen bleiben für Neues.

So sieht der „Frischg’fangte“ aus der Pfarre Pichl an der Enns, wie er sich selbst eher schmunzelnd bezeichnet, die Bedeutung von Glauben und kirchlichem Leben. Er selbst war schon in seiner Kindheit in Steirisch-Laßnitz im Murtal stark mit der Pfarre verbunden, war lange Ministrant. „Das ergibt sich eigentlich von selbst, wenn man gleich neben der Kirche wohnt.“ Eines seiner Ziele als Pfarrgemeinderat ist wahrscheinlich auch deshalb, etwas mehr für junge Menschen und die Ministranten zu machen. Vielleicht wird es bald ein Ministrantenlager geben. Überhaupt zeichnet eine gute Beteiligung quer durch alle Altersstufen Pichl aus. Viele sind mit großer Begeisterung dabei, etwa der Pichler Kinderchor, der Messen besonders schön gestalte und von der Chefin des Pfarrgemeinderats Annemarie Trinker geleitet wird.

Als junger Mann durchlebte der heute 42-Jährige eine Zeit, wo der Abstand zur Kirche größer war. „Aber so ab Mitte 20 besinnt man sich zurück und wächst wieder hinein in die Gemeinschaft“, überlegt Franz Schaffer. Die Schönheit der wiederkehrenden Feierlichkeiten des Kirchenjahres werde einem bewusst, man beginne deren Wert zu erkennen und zu schätzen, „den christlichen Glauben, der zu unserer Kultur gehört, zu bewahren und zu fördern, Nächstenliebe zu leben.“

Vereine sind im Leben von Franz Schaffer wichtig, egal ob Kameradschaftsbund oder Schützen. Dazu kommt nun der Dienst für die Gemeinschaft, den er sehr gern übernimmt. „Es arbeiten wirklich Superleute dort mit, die schon länger dabei sind, von denen man viel lernen kann.“

Eine konkrete Aufgabe für den neuen Pfarrgemeinderat hat sich auch schon ergeben: Er wird in Zukunft die Finanzen der Pfarre mitbetreuen. Für den studierten BWLer, der im Elisabethinum, einer Höheren Lehranstalt und Fachschule für wirtschaftliche Berufe in St. Johann im Pongau, Rechnungswesen und Controlling unterrichtet und dort auch als Administrator tätig ist, kein Problem. Und für die Pfarre im Pfarrverband mit Schladming, Assach, Haus und Kulm in der Ramsau ein großer Gewinn. Als besonders wesentlich sieht er die Pflege der Ökumene an, auf die in diesem Teil der Obersteiermark ohnedies immer schon besonders Wert gelegt wurde. Für Franz Schaffer auf eine einfache und wahre Formel gebracht: „Christen sind wir schließlich alle.“

Als Jäger bewegt sich der Familienvater gern „in der größten Kathedrale, die der Herrgott geschaffen hat“, und ist auch Mitglied des Alpenvereins. Von dort und aus seiner Zeit im Murtal kennt er den Schladminger Pfarrer Andreas Lechner, und „ich hab mich wirklich sehr gefreut, als er mich angerufen und gefragt hat, ob ich annehme“. Wenn man aktiv auf die Leute zugeht, hat auch ein Murtaler im Ennstal Chancen.

 

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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