Laudato si! - Teil 2
Eine Änderung des 
Lebensstils ist nötig!

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Gleich am Anfang seiner Enzyklika Laudato si! stellt Papst Franziskus den heiligen Franziskus als Vorbild hin: „An ihm wird man gewahr, bis zu welchem Punkt die Sorge um die Natur, die Gerechtigkeit gegenüber den Armen, das Engagement für die Gesellschaft und der innere Friede untrennbar miteinander verbunden sind.“

Der Heilige Vater nennt Umweltverschmutzung, Armut und Ungleichheit die zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Er spricht klar die Verbindung zwischen sozialer und ökologischer Armut an – und sagt damit das, womit wir in den kirchlichen Hilfswerken seit langem zu tun haben. Denn Armut ist kein Naturgesetz; sie wird verstärkt durch die Globalisierung des Turbokapitalismus. Es ist nötig, unseren Lebensstil radikal zu ändern. Dadurch, dass Franziskus die Ursachen nennt und sehr klar Stellung bezieht, gibt er den Menschen Hoffnung, wie eine Veränderung hin zum Guten geschehen kann.

Anfang Juli war ich in Rom bei einer Tagung zur Enzyklika. Dabei meinte die Globalisierungskritikerin Naomi Klein, sie sei im positiven Sinne „schockiert und überrascht“ über die Radikalität des Papst-Lehrschreibens, dem es gelungen sei, eine gemeinsame Wurzel der weltweiten Ungleichheiten und der Klimakrise zu erkennen. Es sind die Armen, die unter dem gegenwärtigen System am meisten leiden. Sie verlieren zunehmend ihre Lebensgrundlage – indem ihnen ihr Land weggenommen wird und durch den Klimawandel, zu dem sie am wenigsten beigetragen haben.

Unsere Zeit ist von einer immer stärkeren Dominanz der Technologie gekennzeichnet. Diese hat uns zum Teil große Vorteile gebracht, wie im Gesundheitswesen oder in der Kommunikation. Bei Atomenergie, Biotechnologie oder Gentechnik sieht die Situation aber anders aus: Diejenigen, die diese Technologien einsetzen, besitzen große Macht und nützen sie oft zum Nachteil von anderen Menschen aus. Diese Technokratie wird von Franziskus scharf verurteilt: Zum Fortschritt müsse eine ethische Komponente kommen, damit die Technik auch den Armen zugute kommt und so eingesetzt wird, dass die Natur dadurch nicht Schaden leidet.

Der Papst spricht in der Enzyklika davon, dass eine ganzheitliche Ökologie nötig ist, die die menschliche und die soziale Dimension einbezieht. Die aktuellen Modelle von Entwicklung, Produktion und Konsum haben ausgedient. Wir brauchen Wirtschaftsmodelle, mit denen wir gleichzeitig die Armut bekämpfen und uns um die Natur kümmern. Der Heilige Vater nennt auch Leitlinien für das Handeln: Die Grundfragen, die sich der Menschheit jetzt stellen, müssen in Angriff genommen werden. Wir brauchen eine nachhaltige und vielgestaltige Landwirtschaft, umweltfreundliche Energieformen, und alle Menschen müssen Zugang zu Trinkwasser haben. In der internationalen Politik ist es notwendig, endlich wirksame globale Umweltvereinbarungen zu treffen.

 

Mag. Dietmar Schreine, Geschäftsführer Welthaus Diözese Graz-Seckau.
Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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