Ein großes Vergelt’s Gott

Bischof Wilhelm Krautwaschl bedankt sich anlässlich des Tages des Ehrenamtes bei allen ehrenamtlich Engagierten. Im Bild: mit Jugendlichen beim Start von „72h ohne Kompromiss“, der größten freiwilligen Jugendsozialaktion Österreichs.
  • Bischof Wilhelm Krautwaschl bedankt sich anlässlich des Tages des Ehrenamtes bei allen ehrenamtlich Engagierten. Im Bild: mit Jugendlichen beim Start von „72h ohne Kompromiss“, der größten freiwilligen Jugendsozialaktion Österreichs.
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Zum Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember spricht Bischof Wilhelm Krautwaschl über die Veränderungen im Ehrenamt und bedankt sich bei Engagierten.

Herr Bischof, die Katholische Kirche Steiermark setzt, wie in ihrem Zukunftsbild grundgelegt, einen starken Fokus auf das Ehrenamt. Warum das?

Alle Menschen sind grundsätzlich dazu aufgerufen, ihre Talente – wo und wie auch immer – so einzubringen, dass sie auch anderen nützen. Und alle Getauften sind berufen, an der Sendung der Kirche teilzuhaben. Das kann zugunsten von Einzelnen oder als Beitrag zu einem besseren Zusammenleben der Menschen beziehungsweise mit der Natur sein. Als Christinnen und Christen wollen wir zudem nach dem Vorbild Jesu an geglückten Beziehungen zu anderen und zu Gott mitwirken. Das tun viele im persönlichen Umfeld und etliche im Rahmen eines freiwilligen Engagements an unterschiedlichen Orten. Sie sind es, die kirchliches Leben gestalten und verantworten. Genau betrachtet ist das Ehrenamt gleichzeitig ein Hauptamt.
Die Aufgabe der Priester und aller diözesanen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist es, die freiwillig Engagierten so zu unterstützen, dass sie gut und mit Freude wirken können. Auf diözesaner Ebene ist seit zwei Jahren das „Netzwerk Ehrenamtsentwicklung“ eingerichtet, das sich allen Fragen rund um Ehrenamt und Engagementförderung annimmt.

Wo sehen Sie die aktuellen Herausforderungen im Ehrenamt?

Wenn wir – wie das Zukunftsbild sagt – Gottes Melodie in uns aufnehmen, gilt es, vom Leben der Menschen auszugehen – auch im Ehrenamt. Wir bemerken, dass Menschen sich zwar weiterhin engagieren, aber ihre Möglichkeiten und Erwartungen stark verändert sind. Zu Recht fragen sie nach dem Umfang der Tätigkeit und den konkreten Aufgaben, die mit einer Funktion verbunden sind. Sie suchen jenes Ehrenamt, das sie kompetent und verbindlich ausüben können. Je längerfristiger eine Funktion angelegt ist, umso seltener ist es möglich, dass man diese ausüben kann. Insofern sind auch die bevorstehende Pfarrgemeinderatswahl und die Bestellung der Wirtschaftsräte eine besondere Herausforderung.

Was ist Ihnen anlässlich des Internationalen Tages des Ehrenamtes am 5. Dezember besonders wichtig?
Ich möchte allen Engagierten ein großes „Vergelt’s Gott!“ sagen – sei es in Pfarren, kirchlichen Einrichtungen und Projekten oder in anderen Organisationen und Institutionen. Sie tragen dazu bei, dass unsere Gesellschaft im besten Sinne „menschlicher“ ist. Seit Beginn der Pandemie tun das viele unter erschwerten Bedingungen – allerdings hat diese Zeit auch gezeigt, wie großartig im unmittelbaren Lebensumfeld Menschen füreinander da waren und da sind. Das Erleben von Gemeinschaft wurde oft ins Digitale
verlegt. Für viele Engagierte in der Kirche
war es schwer, nicht mehr wie bisher im Besuchsdienst tätig sein zu können oder
mit Projekten abwarten zu müssen.
Besonders möchte ich allen Mitgliedern in den Pfarrgemeinde- und Wirtschaftsräten danken, die ihre Pfarre in dieser Zeit des Umbruches (Stichwort Seelsorgeraumentwicklung, Pandemie …) begleitet haben. Wenn im Frühjahr 2022 deren neue Periode beginnt, so geschieht das unter ganz anderen Vorzeichen und veränderten kirchlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Aber gerade das ist das Schöne: Kirche zu gestalten in einem immer wieder neuen „HEUTE“ heißt, dass man Neues ausprobieren, erleben und auch liebgewinnen kann.

Was macht Ihnen im Blick auf das ehrenamtliche Engagement Hoffnung?

Das Wissen, dass der Wunsch nach Gemeinschaft und danach, Freude zu schenken und zu erleben und etwas Sinnvolles zu tun, groß ist und viele zum Engagement motiviert. Ebenso, dass wir als Kirche auf einem guten Weg sind, unsere Engagement-Angebote an die Wünsche der Menschen anzupassen. Und letztlich, dass wir dabei gemeinsam mit anderen Organisationen und Institutionen unterwegs sind. Der Film des Steirischen Netzwerkes zur Förderung des freiwilligen Engagements ist ein tolles Beispiel für diese Zusammenarbeit. (Dazu siehe die Infobox auf dieser Seite).

Interview: Barbara Krotil

Gemeinsam Engagement fördern
FreiwilligenmanagerInnen von zehn Non-Profit-Organisationen der Steiermark, darunter auch die Katholische Kirche Steiermark, stellen sich und ihr Wirken in einem Film vor. Zu sehen ab 2.12. auf www.katholische-kirche-steiermark.at

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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