Nachhaltigkeit - Tagung
Die Zeit wird knapp

Nachhaltigkeit war das Thema der 69. Internationalen Pädagogischen Werktagung. Da hieß es: Ökosteuer her, Parkplätze weg.

Mit Appellen zu einer Intensivierung der Klimaschutz-Bemühungen wurde am 16. Juli in Salzburg die 69. Internationale Pädagogische Werktagung beendet. Unter dem Titel „Nachhaltig leben lernen“ plädierten Theologen, Klima-Experten und Pädagogen für eine ökologische Lebenshaltung. Der Linzer Moraltheologe Michael Rosenberger forderte etwa die Umsetzung einer Ökosozialen Steuerreform als Alternative zur bisherigen Umweltpolitik, die sich auf Emissionshandel und Subventionen stütze. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung von 14. bis 16. Juli mit rund 250 Teilnehmenden gemeinsam vom Katholischen Bildungswerk Salzburg, der Caritas Österreich sowie der Universität Salzburg.

Konkrete Tipps zum Klimaschutz
Bischof Wilhelm Krautwaschl, der in Vertretung von Erzbischof Franz Lackner Grußworte zur Eröffnung sprach, unterstrich, dass Ökologie und Nachhaltigkeit auch kirchlicherseits zentrale Anliegen seien. Die „Sorge für das gemeinsame Haus“ sei zudem untrennbar mit sozialen Fragen wie etwa der Armutsbekämpfung verknüpft, treffe die Ökokrise arme Menschen doch am meisten, so der steirische Bischof.
Den Auftaktvortrag hielt schließlich der Meteorologe und Klimaexperte Andreas Jäger. Eindringlich wies Jäger darauf hin, dass die Zeit zur Eindämmung der Klimakrise knapp werde: Das entscheidende Zeitfenster, um die Klimaerwärmung abzubremsen, liege bei zwanzig bis dreißig Jahren. Ziel sei es, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur unter 2 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu halten. „Es geht hier nicht mehr um uns, es geht um unsere Kinder“, mahnt der Klimaexperte.
Jäger gab drei konkrete und sofort wirksame Tipps zum Klimaschutz: Eine Reduktion des individuellen Fleischkonsums. Öffis statt private PKW nutzen. Selbst Elektroautos seien im Blick auf die Klimawirksamkeit „besser als ihr Ruf“. Und schließlich eine nachhaltigere Einkaufs- und Konsumpraxis: „Wir kaufen viel zu viel und brauchen es nicht.“ Gerade im Textilbereich sollte gelten: Gute Kleidung kaufen, dafür seltener.

Gerechtigkeit herstellen
Bei der abschließenden Podiumsdiskussion forderte der Linzer Theologe Michael Rosenberger unter anderem die Besteuerung von Klimaschädlichem. „Was an Ökosteuer eingenommen wird, soll aber auch für soziale Zwecke ausgegeben werden, um Gerechtigkeit herzustellen“, so der Theologe und Buchautor. „Solange Parkplätze in den Städten da sind, nutzen die Menschen sie auch. Sind sie weg, dann steigen die Leute um, auf Fahrräder oder Öffis“, betonte auch die Fridays-For-Future Aktivistin Lena Müller.
Weitere Referenten waren der Sozialpädagoge und Prior des Europaklosters Gut Aich, P. Johannes Pausch, der emeritierte Dresdener Sozialpädagoge Lothar Böhnisch und die Tiroler Elementarpädagogin Barbara Benoist-Kosler. Die nächste Internationale Pädagogische Werktagung 2022 werde sich um das Thema Spielen drehen und gleichzeitig auch das 70-Jahre-Jubiläum der Tagung sein.

KATHPRESS

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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