Die Tür ist offen

Der peruanische Erzbischof Vidarte meldete sich per Videobotschaft zum päpstlichen Schreiben zu Wort: Entschieden gelte es die Entwaldung, die Geißel des Menschenhandels sowie die Umweltverschmutzung zu bekämpfen, „denn Amazonien ist das Herz des Planeten“.
  • Der peruanische Erzbischof Vidarte meldete sich per Videobotschaft zum päpstlichen Schreiben zu Wort: Entschieden gelte es die Entwaldung, die Geißel des Menschenhandels sowie die Umweltverschmutzung zu bekämpfen, „denn Amazonien ist das Herz des Planeten“.
  • Foto: Foto: Video CELAM
  • hochgeladen von Simon Grabner

Reaktionen aus Österreich und der Welt zum päpstlichen Schreiben „Querida Amazonia“.

Für Kardinal Christoph Schönborn ist „Querida Amazonia“ (Näheres zum Schreiben: siehe Seite 3) ein „grundsätliches Ja des Papstes zu den Ergebnissen der Amazonien-Synode, ohne gleich diese Ergebnisse in konkrete Maßnahmen umzusetzen“. Franziskus hält darin fest, dass am Synodendokument viele Menschen mitgearbeitet haben, „die die Problematik Amazoniens besser kennen als ich und die Römische Kurie“. Schönborn: „Eine solche Selbstbescheidung ist ein erfreuliches Zeichen, dass die Ortskirchen ernstgenommen werden.“
Die Linzer Pastoralamtsdirektorin Gabriele Eder-Cakl zu den Abschnitten zum Thema Frauen und Amt: „Es ist so schmerzlich, wie hier argumentiert wird: Jesus war ein Mann, deswegen sind Priester Männer, und die Frauen sollen sich an Maria halten.“ Sie wünsche sich, dass die bestehenden Forschungen ernstgenommen würden.

Reaktionen aus Graz
Für Bischof Wilhelm Krautwaschl ist das päpstliche Schreiben eine Aufforderung, „die Sendungsperspektive der Kirche verstärkt in den Mittelpunkt zu stellen. Wir sind für die Menschen da und nicht für uns selbst.“ Das päpstliche Schreiben biete keine einfachen Lösungen, so Bischof Wilhelm weiter, sondern viel zum gemeinsamen Nachdenken – in der Bischofskonferenz genauso wie in den diözesanen Gremien. „Die mit großer Spannung erwarteten Entscheidungen zu Spezialfragen im weiten Feld der Kirchenentwicklung bleiben vage“, bedauert Erich Hohl vom Leitungsstab des Ressorts Seelsorge & Gesellschaft der Katholischen Kirche Steiermark.

Reaktionen aus Lateinamerika
Der Generalsekretär des kirchlichen Netzwerks „Repam“ Mauricio Lopez sieht im Papstschreiben eine Bestätigung des bisherigen Weges. „Repam“ wurde 2014 von Bischöfen, Priestern, Ordensleuten und Laien aus dem Amazonasgebiet als Reaktion auf die fortschreitende Umweltzerstörung gegründet und war maßgeblich an der Vorbereitung der Synode beteiligt. Obwohl Franziskus – anders als im Synoden-Schlussdokument vorgeschlagen – keine konkreten Schritte zur Lockerung des Zölibats im Amazonasgebiet unternommen hat, ist Lopez nicht enttäuscht: „Ich habe nicht den geringsten Zweifel, dass es dazu kommen wird“, betonte der Mexikaner. In katholischen Ostkirchen stehe das Priesteramt Verheirateten jetzt schon offen. „Wir reden also über etwas, das bereits existiert.“
Der Präsident des Bischofsrates für Lateinamerika und die Karibik (CELAM), Miguel Cabrejos Vidarte, dankte Papst Franziskus für seine klaren Worte darüber, dass die Kirche „Seite an Seite mit den Völkern, indigenen Gemeinschaften und der Natur Amazoniens geht und für deren Rechte, Umweltschutz und würdevolles Leben kämpft“.
Der Papst selbst kritisierte die einseitige Berichterstattung. Bei einem Treffen mit US-Bischöfen habe er sich darüber geäußert, dass aus sorgsam erarbeiteten Dokumenten nur eine Zeile entnommen werde, um zu berichten, dass „der Papst nicht den Mut hatte, die Regeln der Kirche zu ändern“. Thema der Synode sei nicht der Zölibat gewesen, sondern die „ernste Angelegenheit“ der Sorge um den Planeten. Katharina Grager

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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