Ketzer - Unruhestifter des Glaubens - Teil 06
Die
 Katharer

Der Feuertod von über 200 Männern und Frauen auf der Festung Montségur in den Pyrenäen im März 1244 nach zehnmonatiger Belagerung sollte das Schicksal der Katharer besiegeln. Montségur hatte als ihr sicherster Zufluchtsort gegolten.
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  • Der Feuertod von über 200 Männern und Frauen auf der Festung Montségur in den Pyrenäen im März 1244 nach zehnmonatiger Belagerung sollte das Schicksal der Katharer besiegeln. Montségur hatte als ihr sicherster Zufluchtsort gegolten.
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In Köln, außerhalb der Stadtgrenze, wurden 1163 sechs Männer und zwei Frauen als Häretiker verbrannt. Abt Eckbert von Schönau war wahrscheinlich Zeuge der Hinrichtung. Er bezeichnete sie als Katharer. Daraus leitet sich das deutsche Wort „Ketzer“ ab.

Eine große religiöse Bewegung

Katharer gab es nicht nur im Rheinland und in Flandern. Die Volksbewegung entwickelte sich dann vor allem in Südfrankreich wie auch in einer Reihe von Städten in Oberitalien. Das südfranzösische Albi in der Nähe von Toulouse war eine zentrale Stadt für sie, so dass die Katharer auch „Albigenser“ genannt wurden. Sie waren die größte religiöse Bewegung des Mittelalters, die aus vielen unterschiedlichen Gruppen mit unterschiedlichen Ritualen bestand.

Gute Menschen

Diese Bewegung erfasste vor allem Laien, Männer wie Frauen. Ihre Mitglieder bezeichneten sich selbst als boni homines oder bonhommes, gute Menschen oder gute Christinnen und Christen. Zum inneren Kreis zählten die „Vollkommenen“ (lat. perfecti und perfectae), dazu gab es die einfachen Gläubigen (lat. credentes), die Hörer und Hörerinnen ihrer Predigten (lat. audientes), ihre Unterstützer und Anhängerinnen. Die Perfecti zogen von Ort zu Ort und übernachteten bei den sie unterstützenden Gläubigen. Dort kamen die Leute im Verborgenen zusammen und hörten ihre Predigten. Die einen sorgten also für das Heil, die anderen für das Auskommen der Asketen.

Eine Gegenkirche

Die Katharer mit ihren zahlreichen Sympathisanten waren eine antiklerikale Reformbewegung und wurden der etablierten Kirche gefährlich. Allein in Südfrankreich gab es sieben Katharerbistümer. Sie wurden von vielen lokalen Adeligen unterstützt.

Die Gegenmaßnahmen

Die Katharer wurden zunächst durch Predigten zu bekehren versucht. Auf dem dritten Laterankonzil 1178 wurden sie aus der Kirche ausgeschlossen. Papst Innozenz III. (1198–1216) begann den blutigen Kreuzzug gegen die Katharer. Er verstand Ungehorsam gegen Papst und Kirche als Häresie. Der Albigenserkreuzzug 1209–1229 wandte das kriegerische Mittel der Kreuzzüge gegen andersdenkende Christen und Christinnen an und zerstörte eine blühende Kulturlandschaft Europas. In Zusammenarbeit zuerst mit den Zisterziensern und später mit den Dominikanern unterwarf das nordfranzösische Königtum gewaltsam die südfranzösischen Gebiete.

Vernichtung

Schließlich wurden die Katharer jahrzehntelang durch die neue, von Papst Gregor IX. (1227–1241) eingeführte Institution der Inquisition verfolgt. Sie hielten sich dann noch weiter im Untergrund. Der letzte „Vollkommene“ in Frankreich wurde 1321 verbrannt, bis zum Ende des 14. Jahrhunderts waren die Katharer auch in Italien gewaltsam ausgerottet.

 

Der Feuertod von über 200 Männern und Frauen auf der Festung Montségur in den Pyrenäen im März 1244 nach zehnmonatiger Belagerung sollte das Schicksal der Katharer besiegeln. Montségur hatte als ihr sicherster Zufluchtsort gegolten.
Denkmal für die Katharer an der Autobahn bei Narbonne.
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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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