St. Stefan ob Leoben
Dauerhaft lebendig

Die Kirche von St. Stefan ob Leoben, ursprünglich gegründet um 1120, neu gestaltet 1787, in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts renoviert – seit 900 Jahren ein Ort für die Begegnung mit Gott in Freude und Leid und in den Herausforderungen des Alltags.
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  • Die Kirche von St. Stefan ob Leoben, ursprünglich gegründet um 1120, neu gestaltet 1787, in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts renoviert – seit 900 Jahren ein Ort für die Begegnung mit Gott in Freude und Leid und in den Herausforderungen des Alltags.
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900 Jahre Kirche St. Stefan ob Leoben. Beim Erntedankfest am 6. September wird Jubiläum gefeiert.

Um 1120 kann man die Errichtung der heutigen Pfarrkirche St. Stefan ob Leoben annehmen. So kann die obersteirische Pfarrgemeinde heuer das 900-Jahr-Jubiläum ihrer Kirche feiern, coronabedingt zwar kleiner als geplant, aber nicht weniger herzlich. Passend verbindet man das Jubiläum mit dem Erntedank am 6. September und freut sich auf den Besuch des Bischofs.
Nach der Völkerwanderung war die Gegend stark bewaldet und ziemlich unbewohnt. Slawische Ortsnamen zeugen dann von der Besiedlung durch Slawen, etwa aus dem Stamm der „Chrowati“, woran der heutige Ortsname Kraubath erinnert.

Mit der bayrischen Besiedlung – die Slawen hatten zur Abwehr der Awaren die Bayern zu Hilfe geholt – kam auch der christliche Glaube in dieses Gebiet. 861 gab es schon eine Kirche in St. Michael, zu deren Pfarrgebiet auch St. Stefan gehörte. Die Gegend kam in den Besitz der Eppensteiner. Anfang des 12. Jahrhunderts wurde der Wunsch nach einer eigenen Kirche laut, weil der Weg nach St. Michael sehr weit war. Graf Waldo von Rein, ein Nachkomme der Eppensteiner, stiftete deshalb 1118 eine Kirche, die er mit seinen Gütern und dem Kaisersberger Zehenten ausstattete. Der Erzmärtyrer Stefanus als Kirchenpatron entspricht der damaligen Sitte, Patrone aus der Frühzeit des Christentums zu wählen. 1120 wird die Erbauung angenommen.
1159 wird bei der Kirche bereits eine Pfarre vorgefunden, „nächst der Stefansbrücke“, mit einem Pfarrer Hezilo. 1150 war die Kirche durch den Markgrafen Ottokar III. einem karitativen Priesterverein geschenkt worden. Dessen Mitglieder richteten eine Armenkasse ein, in die jeder 12 Denare einzahlte und ihr nach dem Tod sein bestes Kleid und bestes Pferd zuwandte.

Bald erwies sich der Platz für den Priesterverein als ungünstig; die Mur hinderte die Armen zu kommen. Ottokar III. gründete 1160 ein Hospital am Semmering, zu dessen Dotierung auch das Kirchlein St. Stefani Chrowat gehörte. Da dieses Hospital zum Zisterzienserstift Neuberg gehörte, übernahmen nun statt der „Leutpriester“ Patres der Zisterzienser die Seelsorge in St. Stefan. Unter dem letzten Zisterzienserpfarrer P. Petrus Riedl (das Stift Neuberg wurde 1786 aufgehoben) wurde die Kirche 1787 umgebaut und barockisiert und vermutlich vom Bischof der kurzzeitigen Diözese Leoben, Alexander Graf von Engel, geweiht.
In unseren Tagen gab es zwischen 1981 und 1989 eine große Generalsanierung der Kirche. 1988 wurde das fünfstimmige Geläute vervollständigt mit einem in Österreich seltenen vollkommenen Dur- und Mollakkord. Die 1858 errichtete Unterberger-Orgel wurde 1989 renoviert, 1994 die Marienkapelle neu gestaltet. 2017 wurden das Arkadendach und die Fenster im Pfarrhof erneuert.

Die Pfarrgemeinde, die ab 2001 mit St. Michael und Traboch bzw. Kraubath einen Pfarrverband bildete, gehört nun zum Seelsorgeraum St. Michael. In sehr aktiven Arbeitskreisen für Liturgie, Soziales, Familie und Kinder, in der Ministranten-, Alten- und Krankenseelsorge, bei Bildungsveranstaltungen und Festen oder bei einer Sockerlaktion für rumänische Kinder wird durch die Zusammenarbeit vieler Pfarrmitglieder lebendig weitergeführt, was vor 900 Jahren begonnen hat.

Herbert Meßner

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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