Steirische Missionare -
„Bin Istanbulerin geworden“

Fröhlichkeit steckt an. Sr. Dorothea (rechts vorne) auf Heimatbesuch im Grazer Mutterhaus mit Mitschwestern.
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  • Fröhlichkeit steckt an. Sr. Dorothea (rechts vorne) auf Heimatbesuch im Grazer Mutterhaus mit Mitschwestern.
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GISELA REMLER

 

Aufgewachsen ist sie in der Oststeiermark, in Pischelsdorf, geboren 1962. „Ich hätte damals in die Haushaltungsschule, Handelsschule oder Krankenpflegeschule gehen können. Aber die Frage, was ist denn eigentlich meine Berufung, wuchs in mir.“ So schnell konnte sie sich damals nicht entscheiden, mit 14, 15 las sie oft die „Stadt Gottes“ und erkannte auch dadurch, was ihre Berufung war. „Der Wunsch zu einem geistlichen Leben wurde stärker und auch der Wunsch, Missionarin zu werden. Mit 16 bat ich Gott, er möge mir zeigen, wohin ich gehen soll, und traf eigentlich schon eine Lebensentscheidung.“ Nach der Ausbildung zur Krankenpflegerin nahm sie sich noch eine Reifezeit zum Überlegen und arbeitete erst einmal in verschiedenen Spitälern in der Steiermark. Vielleicht in die Mission, fragte sie sich damals noch relativ unsicher und sagte sich schließlich: „Ja, mein Wunsch wäre, in die Mission zu gehen.“

„Wenn euch jemand nach der Hoffnung fragt, dann sprecht von der Hoffnung. Man gibt ein Zeugnis über das Sein.“ Es klingt simpel, aber so einfach ist das. Dorothea Obenaus hat eine sehr eindeutige Meinung darüber, was Mission bedeutet: den Menschen eben ohne irgendeinen Vorbehalt entgegenzukommen. Das entspricht den Erfahrungen, die sie mit den meisten in der Mission Tätigen teilt.

99 Prozent der Menschen in der Türkei sind Muslime. Das sei kein Problem im Alltag. „Man hat ein gutes Verhältnis, man lernt, ihre Kultur zu verstehen. Sie sind nicht fremd, das Land ist meine Heimat geworden, und ich fühle mich dort zu Hause“, sagt Sr. Dorothea mit einem fröhlichen Gesicht. Menschen bleiben eben Menschen, egal welcher Religion sie angehören und welche Sprache sie sprechen. Ein grundlegendes Verständnis für das, was der Mensch braucht, gehöre zu ihrer Arbeit dazu, sonst könnte man das gar nicht machen. Und natürlich der Wille, auf die Probleme und Schmerzen der Kranken einzugehen. Ein kleines Baby lachend im Arm halten, Blutdruckmessen (Fotos unten): Es zählt nur das Entgegenkommen ohne Scheu vor dem Anderen.

Natürlich dauerte es anfangs ein bisschen, bis dieser Eingewöhnungsprozess vonstatten ging. Aber nicht so, wie man sich das bei uns vielleicht vorstellt. „Zuerst war ich drei Jahre zu Besuch in Istanbul. Dann hat die Provinz über meinen weiteren Einsatz entschieden, und 1992 wurde ich gesendet, dann kam erst einmal der türkische Sprachkurs, das erste Jahr war aber wohl nur eine Zeit des Eingewöhnens“, berichtet sie, wobei sie auch damals keine Fremdheit empfand. Ihre Tätigkeit als Krankenschwester lässt sie einfach auf alle zugehen, die Hilfe brauchen.

Schon als junge Frau hat Sr. Dorothea die Ausbildung zur Krankenschwester absolviert, erzählt Sr. Philomena Schmidt, die sie an der Krankenschwesternschule der Barmherzigen Schwestern in Graz unterrichtet hat. Entscheidend war für sie immer der Wunsch, insgesamt Menschen zu helfen und Menschen zu pflegen. Im St.-Georgs-Spital werden neben den türkischen Patienten viele Flüchtlinge versorgt. Sie kommen aus den afrikanischen Ländern, Syrien, Irak, Afghanistan und anderswoher. Die meisten davon können diese medizinische Versorgung nicht bezahlen. „Gott sei Dank gibt es immer wieder Menschen, die diese Arbeit mit finanziellen Mitteln unterstützen, sonst könnten wir diesen Dienst nicht anbieten“, berichtet Sr. Joanna Bacmaga, Leiterin des Krankenhauses. „Wir wollen hoffen und beten, dass das Samenkorn des Christentums weiterhin in der Türkei ausgestreut werden darf.“ Die liebevolle Zuwendung von Menschen wie Sr. Dorothea wirkt sicher tagtäglich überzeugend dafür, wie Christen im Alltag leben, was man von ihnen erwarten kann.

 

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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