Eucharistischer Weltkongress
Spaltungen überwinden

Am Heldenplatz in Budapest (im Hintergrund) wird Papst Franziskus am 12. September die Abschlussmesse zum 52. Internationalen Eucharistischen Kongress abhalten. Danach führt ihn seine Reise weiter in die Slowakei, wo er unter anderem eine Roma-Siedlung besuchen wird.
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  • Am Heldenplatz in Budapest (im Hintergrund) wird Papst Franziskus am 12. September die Abschlussmesse zum 52. Internationalen Eucharistischen Kongress abhalten. Danach führt ihn seine Reise weiter in die Slowakei, wo er unter anderem eine Roma-Siedlung besuchen wird.
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Papst Franziskus reist von 12. bis 15. September nach Budapest zur Abschlussmesse des 52. Internationalen Eucharistischen Kongresses und dann in die Slowakei.

Die Reise des Papstes zum 52. Internationalen Eucharistischen Kongress in Budapest soll „kein Ungarn-Besuch“ sein. Auf diese Feststellung legt Franziskus großen Wert. Die Differenzen zwischen dem ungarischen Regierungschef Viktor Orban und dem Nachfolger Petri sind offensichtlich. Vor allem Orbans Flüchtlingspolitik entspricht so gar nicht dem „geschwisterlichen“ Gesellschaftsbild des Papstes. Während Mi-granten aus der Ukraine in Ungarn ausdrücklich willkommen sind, sollen muslimische Vertriebene aus Krisengebieten wie Syrien möglichst fernbleiben.

Herzenssache Weltkongress
Der Eucharistische Weltkongress liegt Franziskus offensichtlich sehr am Herzen – da müssen politische Erwägungen hintanstehen. Coronabedingt von 2020 auf heuer verschoben, findet das Treffen nun von 5. bis 12. September unter dem Motto „Alle meine Quellen entspringen in dir“ (Psalm 87,7) statt. Die Eröffnung bildet ein vom Vorsitzenden des Rates der europäischen Bischofskonferenzen, Kardinal Angelo Bagnasco, geleiteter Gottesdienst, bei dem 1200 Kinder ihre Erstkommunion feiern werden.

Als offizieller Delegierter der Österreichischen Bischofskonferenz kommt der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics nach Budapest. Er feiert am 8. September eine Messe in der Pfarrkirche Szent Imre und ist auch bei der abschließenden Messe mit Papst Franziskus am 12. September dabei. Für die beiden Schlusstage reisen zudem die Weihbischöfe Hansjörg Hofer aus Salzburg und Anton Leichtfried aus St. Pölten an.

Für Papst Franziskus geht sich neben der Festmesse auf dem Budapester Heldenplatz und einer Stippvisite beim Regierungschef noch eine Begegnung mit Vertretern anderer christlicher Konfessionen und der Jüdischen Gemeinde aus. Am selben Tag fliegt er weiter in die Slowakei, wo er bis 15. September neben der Hauptstadt Bratislava die Orte Presov, Kosice und Sastin besuchen wird.

Roma-Ghetto in der Slowakei
In der Slowakei überschattet die Pandemie den Besuch aus Rom. Die Regierung hat die Organisatoren des Papstbesuches vor die Wahl gestellt: Entweder sind alle Teilnehmer der Events mit Franziskus vollständig geimpft, oder die Gästezahl wird drastisch reduziert. Die Organisatoren haben sich gefügt, befürchten aber ausbleibende Besucher. Die Impfbereitschaft in der Slowakei ist relativ gering. Umso wichtiger sei es, dass der Papst den verunsicherten Menschen wieder Halt gebe, meint der Sprecher der Bischöfe.
Ein typisch „franziskanischer“ Programmpunkt ist der Besuch bei der Roma-Minderheit im ostslowakischen Kosice. In der heruntergekommenen Plattenbausiedlung „Lunik IX“ leben über 6000 Menschen unter schlechtesten hygienischen Bedingungen. Viele Roma-Familien wurden zwangsweise dorthin umgesiedelt, bis dato Ansässige zogen weg, sodass sich ein überfülltes Ghetto bildete – ein Lehrbeispiel für verfehlte Sozial- und Integra-tionspolitik. Franziskus wäre nicht Franziskus, wenn er diese Chance nicht ergreifen würde. Mit Spannung wird erwartet, welche Worte der 84-Jährige inmitten des berüchtigten sozialen Brennpunkts wählt, der am äußersten Rand der EU liegt. Ein weiterer Appell für mehr „Geschwisterlichkeit“ – oder ein neuer Ansatz, um Europa ins Gewissen zu reden?

KATHPRESS

Eucharistischer Weltkongress
Das Ziel der internationalen Veranstaltung ist es, das Verständnis und die Verehrung des Sakraments der heiligen Eucharistie in der Orts- und Weltkirche zu fördern. Zuletzt fand er 2016 in Cebu/Philippinen und 2012 in Dublin statt.

Am Heldenplatz in Budapest (im Hintergrund) wird Papst Franziskus am 12. September die Abschlussmesse zum 52. Internationalen Eucharistischen Kongress abhalten. Danach führt ihn seine Reise weiter in die Slowakei, wo er unter anderem eine Roma-Siedlung besuchen wird.
Den sozialen Brennpunkt „Lunik IX“, eine Plattenbausiedlung in Kosice in der Slowakei, wird Papst Franziskus besuchen.
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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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