Abschied von Philipp Harnoncourt
Er hat Herzen erhoben

Ein Gottesdienst sei das ganze Leben von Prof. Philipp Harnoncourt gewesen, sagte Prof. Bernhard Körner in der Predigt beim Requiem, das am 1. Juli im Grazer Dom für den in Grundlsee gestorbenen Priester, Liturgiewissenschaftler und Ökumeniker gefeiert wurde.
  • Ein Gottesdienst sei das ganze Leben von Prof. Philipp Harnoncourt gewesen, sagte Prof. Bernhard Körner in der Predigt beim Requiem, das am 1. Juli im Grazer Dom für den in Grundlsee gestorbenen Priester, Liturgiewissenschaftler und Ökumeniker gefeiert wurde.
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Abschied von Philipp Harnoncourt nahmen viele beim Requiem im Grazer Dom.

Sursum corda“ – mit diesen lateinischen Worten ist das Sterbebildchen zum Andenken Philipp Harnoncourts überschrieben, das beim Gedenkgottesdienst verteilt wurde. „Erhebet die Herzen!“ heißen sie übersetzt, und bei jeder Eucharistiefeier werden die Gläubigen am Beginn des Hochgebets dazu aufgefordert. „Sursum corda“ war auch der Titel der Festschrift, die vor Jahren anlässlich des 60. Geburtstags des Liturgiewissenschaftlers herausgegeben worden war.
Univ.-Prof. Bernhard Körner würdigte in seiner Homilie beim Requiem im Grazer Dom den Priester Harnoncourt. „Priester“ sei die grundlegendste Wesensbeschreibung für den Heimgegangenen – als einen Menschen, der es wie wenige vermochte, Herzen zu erheben. Philipp Harnoncourt habe es in seiner Art, Liturgie zu feiern, in der genauen und für alle verständlichen Sprache seiner Predigten und Vorträge, aber auch im seelsorglichen oder freundschaftlichen Kontakt mit den Menschen verstanden, Räume zu öffnen für die Begegnung mit Christus, dem mensch­gewordenen Gott, und für das Eintauchen in das Mysterium des dreifaltigen Gottes.
Harnoncourt sei ein überzeugter und überzeugender Priester frei von jedem Klerikalismus gewesen, der die erhebende Kraft des Glaubens vermitteln konnte. So sei sein ganzes Leben zum Gottesdienst geworden. Besonders in den letzten Jahren habe der tiefe, ganz existenziell empfundene ökumenische Schmerz über das Skandalon der Kirchentrennung wie auch die Gewissheit über die größere, vom trinitarischen Gott gewirkte Einheit sein Forschen und Leben geprägt.
„Seine Genauigkeit und klare Einfachheit verbat sich Geschwätz“, sagte Bischof Wilhelm Krautwaschl, der zusammen mit den Bischöfen Egon Kapellari, Alois Kothgasser und Stanislav Lipovšek aus Slowenien die Liturgie leitete. Univ.-Prof. Grigorios Larent-
zakis – als Angehöriger der orthodoxen Kirche sei er oft als ökumenischer „Zwillingsbruder“ Harnoncourts bezeichnet worden – sprach über dessen Engagement als Brückenbauer zwischen West und Ost. Harnoncourt sei überzeugt gewesen, dass die Gesamtkirche alle konfessionellen und raum-zeitlichen Grenzen übersteigt. Er habe das, was ihm auf dem Herzen liegt, als Pilger hinausgetragen in die Welt und den Menschen vermittelt, ergänzte Peter Piffl-Percˇevi´c, Harnoncourts Nachfolger als Vorsitzender der Stiftung Pro-Oriente Graz. Auch Univ.-Prof. Christoph Heil, Dekan der Theologischen Fakultät, und Bischof Stanislav Lipovšek aus Celje sprachen Worte des Dankes.

Alfred Jokesch

Das Leben feiern

Geistliches Vermächtnis

Meine speziellen Aufgaben und Prioritäten im kirchlichen Dienst galten von Anfang an der Liturgie und der Theologie:
Liturgie war für mich kein Gegenstand, sondern herzhaftes Feiern alles dessen, „was uns leben lässt und deshalb gefeiert werden muss!“. Im Feiern habe ich selbst erfahren, wem und was wir glauben, wer und was mich leben lässt – und das wollte ich auch den Mitfeiernden zur Erfahrung bringen! Als Theologie habe ich überlegtes, überzeugtes, aber immer auch fragendes und nicht selten auch zweifelndes Glauben mit anderen und für andere Menschen verstanden: Rede zu Gott und Rede von Gott!

Aus Philipp Harnoncourts Vermächtnis

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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