Erinnerungen an Sr. Maria Rosa, Benediktinerin in Herberstein
Ein Schicksal in Coronazeit

Sr. Maria Rosa, Benediktinerin in Pertlstein und St. Johann/H., starb kürzlich. Die Menschen haben ihr zuletzt sehr gefehlt. Die Pandemie hat nicht nur direkte Opfer.
  • Sr. Maria Rosa, Benediktinerin in Pertlstein und St. Johann/H., starb kürzlich. Die Menschen haben ihr zuletzt sehr gefehlt. Die Pandemie hat nicht nur direkte Opfer.
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Erinnerung an eine große Menschenfreundin.

Sr. Maria Rosa ist nicht an und nicht mit Corona gestorben. Aber die Begleiterscheinungen davon setzten ihr besonders zu. Als weltoffene Klosterschwester pflegte sie viele Kontakte. Sie war als Pförtnerin das Gesicht der Gemeinschaft. Ihre freundliche, humorvolle Art lockte die letzten Skeptiker aus der Reserve. Wenn sie erzählte, wie bei der Apfelernte gesungen wurde. Wie sie die Berge liebte, die hoch in den Himmel ragten in ihrer Kindheit in Kleinlobming. Und wie ihr Gesicht strahlte, wenn sie sagte: „Heute bekomme ich Besuch!“ Und die Menschen kamen. Sie feierten mit ihr das Leben in Gesprächen, im Lachen und im geteilten Leid. Diese Momente mit Menschen haben ihr gefehlt im letzten Jahr. Die immer fröhlichen „Guten Morgen!“ wurden zu gemurmelten. Sie wurde stiller. Sie wurde auch langsamer in ihren Bewegungen, als wäre der Tatendrang aus ihr gewichen. Eine Energie, die sie 91 Jahre durchs Leben tanzen ließ. Sie war glücklich und zufrieden. Aber die Kontaktlosigkeit hat sie traurig gemacht. Die Menschen haben ihr gefehlt. Die kleinen Blicke, die sie beim Mittagessen manchmal zuwarf. Dass sie den Gärtner schimpfte, der die Rosen falsch schnitt. Ohne diese Kontakte wollte sie nicht leben. Beim letzten gemeinsamen Gebet hat sie die Augen zum Himmel gewandt. Sie glaubte an das ewige Leben. Dort ist sie jetzt. Und die Menschen hat sie auf ewig in ihrem Herzen.

H. Weiß-Koller

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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