Jahr der Bibel
Biblische Personen

Martha und Maria
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Teil 2: Neues Testament
Menschen, die Jesus begegnet sind

Das Neue Testament erzählt uns von Jesus. Aber Jesus ist in den Erzählungen selten allein anzutreffen. Gern ist er unter Leuten. Bei Martha und Maria zum Beispiel. Auch besonders oft bei Menschen, die am Rand der damaligen Gesellschaft standen. Zum Beispiel bei Zachäus, dem Zöllner. Oder wenn Jesus am Jakobsbrunnen mit einer Samariterin redet.
Vielen ergeht es mit Jesus ähnlich: Er spricht zu ihnen, erzählt vom Reich Gottes und von Gerechtigkeit und Heil-Sein. Aber er spricht nicht nur. Jesu Worte haben Wirkung. Neben den Wundern, die er mit seinen Händen tut, vollbringen auch seine Worte Wunder in den Herzen und Köpfen der Menschen.
Eine Begegnung mit Jesus scheint niemanden kalt zu lassen. Manche sehen ihr Leben in einem anderen Licht. Jesus verändert ihre Welt. Er „ver-rückt“ bisher Geglaubtes oder Übliches. Er bewegt etwas in den Menschen.
Jesu Worte, die wir durch die Erzählungen in der Heiligen Schrift heute hören können, sind auch uns in unserem Leben zugesagt:
„Ich will heute bei dir zu Gast sein!“

Martha und Maria
Jesus ist zu Besuch bei den Schwestern Martha und Maria.
Er ist ein gern gesehener Gast in ihrem Haus.
Martha bekocht und bedient ihn eifrig. Maria, so erzählt es die Geschichte, sitzt nur da und hört ihm zu. Martha regt sich darüber auf. Warum soll nur sie sich abmühen, um den Gast gebührend zu umsorgen. Maria sollte gefälligst auch …! Jesus aber sagt zu Martha: „Lass Maria sitzen. Sie tut das Richtige.“
Er denkt wieder einmal quer. Denn er erzählt jetzt gerade vom Reich Gottes. Jetzt sollen die Schwestern nur zuhören. In diesem Moment ist nichts wichtiger als die Worte Jesu, die vom Leben künden.

Zachäus, der Zöllner
Zachäus ist bei seinen Mitmenschen unten
durch. Er arbeitet mit der Besatzungsmacht
zusammen und schaufelt sich nebenbei Geld in die eigene Tasche. Reich ist er. Aber allein.
Dann hört er von Jesus. Die ganze Stadt ist in Aufruhr. Auch Zachäus ist gespannt auf diesen besonderen Menschen. Die Menge strömt zusammen. Aber Zachäus ist klein. Kurzerhand klettert er auf einen Baum am Straßenrand. Von dort aus kann er Jesus unbemerkt und ganz aus der Nähe betrachten – dachte er.
Da bleibt Jesus genau unter seinem Baum stehen, blickt hinauf und ruft ihn beim Namen. „Zachäus – komm da runter – ich will heute bei dir zu Gast sein!“
Das gibt Gerede. Bei DEM ist er eingekehrt. Bei dem, der uns das Geld aus den Taschen zieht … Jesus macht sich an diesem Abend kaum Freunde. Oder doch?
Die Begegnung mit Jesus hat Zachäus verwandelt, und er verspricht, einen großen Teil seines Vermögens zu spenden. Und er hat einen Freund in ihm gefunden.

Die Samariterin am Jakobsbrunnen

Als Jesus lebte, galten Samariter als Irrgläubige. Fromme Juden haben Samariter gemieden. Jesus ist ihnen nicht ausgewichen. Auf seinem Weg durch die Gegend von Samaria trifft er an einem Brunnen eine Samariterin, die gerade Wasser schöpft. Sie erkennt sofort, dass er nicht von hier ist. Als er sie um etwas Wasser bittet, ist sie überrascht. Ein Jude spricht mit einer Samariterin. Das kommt doch sonst nie vor!
Dann offenbart Jesus sich als Messias: „Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben“ – und sie glaubt ihm. Sie läuft zurück in die Stadt und erzählt allen Leuten von Jesus. Viele Samariter kommen an diesem Tag noch hinaus zum Brunnen und hören Jesus zu – empfangen sein lebendiges Wasser – und glauben.

Hauskirche im NT
Der wichtigste Versammlungsort für die Gemeinde im frühen Christentum ist das Haus. Es stellte die soziale, wirtschaftliche und religiöse Basis in den Gesellschaften der Antike dar.
» Jesus ging von Haus zu Haus
Jesus lehrte nach dem Zeugnis der Evangelien ebenfalls immer wieder in Häusern von Freundinnen und Freunden.
Die Evangelien erzählen, dass Jesus zum Beispiel immer wieder in Kapharnaum im Haus der Schwiegermutter des Simon Petrus war. Dort soll sich auch die Heilung des Gelähmten zugetragen haben, der mit einer Tragbahre durch das abgedeckte Hausdach zu Jesus gebracht wurde (Mk 2, 1–12).
Heute steht in Israel über den möglichen Überresten dieses Hauses eine Kirche und erinnert damit an eine der ersten Hauskirchen des Christentums.

» In der Apostelgeschichte
Da die frühen Christinnen und Christen nicht über eigene „Kirchenräume“ verfügten, werden in der Apostelgeschichte private Häuser als Anlaufstellen in Zeiten von Bedrängnis und Verfolgung (z. B. Apg 12,12–16), aber auch für Lehre und Mission (z. B. Apg 5,42; Apg 16,14f) beschrieben.
Christlich geführte Privathäuser sind Orte des Gebets und der Zusammenkunft, des sozialen Engagements sowie des gemeinsamen Brotbrechens und des Gottesdienstes.
Hausgemeinden bilden die Keimzellen von allmählich heranwachsenden örtlichen Gemeindestrukturen. Allmählich wird das „Haus Gottes“ eine metaphorische Bezeichnung für die Gemeinde. Umgekehrt wird das Wort Gemeinde/Kirche auch zum Begriff für ein Gebäude, einen Raum oder ein Heiligtum.

» Von der Hauskirche zum Haus Kirche
Mit der rapide wachsenden Zahl der Gläubigen wird im 4. Jahrhundert der Bau von eigenen Kirchengebäuden als Versammlungs- und Gottesdiensträume unumgänglich.
Die 1932 ausgegrabene Hauskirche von Dura Europos am Euphrat mit Platz für 60 bis 70 Personen, eingerichtet um 240 n. Chr., markiert dieses Übergangsstadium. Es hatte wohl zuerst als Wohnhaus gedient, bevor es schrittweise zu einer Kirche mit Versammlungsraum und Taufraum umgewandelt wurde.

Auch heute noch sind Gemeinschaft und Gastfreundschaft in christlichen Privathäusern ein unersetzbarer Baustein des Gemeindeaufbaus. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Beheimatung des Glaubens.

aus: https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/46869

Meine Lieblings-BIBELSTELLE

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit (2 Tim 1,7).
Ich fühle mich beschenkt mit einer positiven Lebenseinstellung: Es wird schon alles gut werden. Dafür bin ich sehr dankbar, und das hat mir in schwierigen Lebenslagen schon sehr geholfen: etwa während einer längeren Zeit der Arbeitslosigkeit oder bei meiner Krebserkrankung.
Dieses Grundvertrauen, eigentlich Gottvertrauen, besitzt auch der Schreiber des 2. Briefs an Timotheus. Ob es wirklich Paulus war oder nicht: Er schreibt aus einer verzweifelten Situation, nämlich aus dem Gefängnis. Dennoch ist er in der Lage, eine solche Bestärkung zu formulieren!
Eine Grundfeste meines Glaubens ist: Trotz aller Sorge, die das Leben manchmal bringt, kann ich darauf vertrauen: Ich muss mich nicht fürchten, Gott sorgt für mich. Durch liebe Menschen etwa, die mich begleiten und unterstützen. Das allein schon gibt Kraft und Halt. Dadurch gestärkt, kann ich mich auch für andere einsetzen. Ihnen etwas von dem abgeben, was mich hält – durch tätige Liebe. Nicht naiv oder sich selbst völlig vergessend, sondern mit Verstand und Besonnenheit.
Je länger ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir: Dieser Bibelspruch ist so etwas wie ein Programm für mein Leben. Eine Leitlinie, wenn mein Vertrauen in mich und die Welt erschüttert wird. Auch das kommt natürlich vor. Wie oft wünsche ich mir, dass noch viel mehr Menschen dieses „Programm“ teilen können. Die spüren, dass das „Fürchtet euch nicht“ der Engel am Feld vor Betlehem keine Aufforderung ist, sondern eine Zusage. Denn Gott hat uns gegeben nicht den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.

Heinz Schubert,
Kurator der Evangelischen Pfarrgemeinde Graz-Heilandskirche

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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