Priester- und Diözesanrat
Zuwenden statt abwenden

In einem virtuellen Raum per Videokonferenz trafen sich Priesterrat und Diözesanrat der steirischen Kirche. Die Beratungsgremien des Bischofs tauschten sich über aktuelle Themen aus: Flucht und Asyl, das Leben und Feiern der Sakramente und vieles mehr.
  • In einem virtuellen Raum per Videokonferenz trafen sich Priesterrat und Diözesanrat der steirischen Kirche. Die Beratungsgremien des Bischofs tauschten sich über aktuelle Themen aus: Flucht und Asyl, das Leben und Feiern der Sakramente und vieles mehr.
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Priester- und Diözesanrat diskutierten über Flucht und Migration, die Herausforderungen der Corona-Pandemie und die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare.

Ein Schwerpunkt der Frühjahrstagung des Priester- und Diözesanrats der Katholischen Kirche Steiermark waren die Sa-kramente und wie man sie heute leben und feiern kann und soll. Dazu beschäftigten viele Fragen: Muss eine Taufe oder Eheschließung in einer Kirche stattfinden? Wie können Jugendliche über die Firmung hinaus begleitet werden? Wie geht man mit der Beichte, dem großen Versöhnungsangebot Gottes, beginnend bei der Erstbeichte bis hin zu den Erwachsenen, um? Wie kann Kirche Ehepaaren und Familien in ihren unterschiedlichen Herausforderungen gut beistehen und sich nicht ausschließlich auf die Trauung und deren Vorbereitung konzentrieren? Auf diese und viele andere Fragen gelte es, eine theologische Vergewisserung zu finden, so Christoph Kainradl, Referent für Sakramentenpastoral. Spätestens am Diözesanforum 2023 soll es dazu fundierte Antworten geben.


Ostern 2021 – Aufleben
„Wir alle sehnen uns nach einem Aufleben. Dafür steht der Ostersonntag, der Tag der Auferstehung“, so Bischof Wilhelm Krautwaschl. Das ganze Hirtenwort zum Osterfest 2021 finden Sie auf den Seiten 8 und 9 dieser Ausgabe.

Rund um das Corona-Virus empfahlen die Beratungsgremien des Bischofs, weiter Vorsicht walten zu lassen. Generell sieht sich die Diözese Graz-Seckau auf einem guten Weg angesichts aller Einschränkungen, mit denen die Gesellschaft zu leben hat. „Dort, wo Kirche in ihrer karitativen Dimension an den Menschen dran war, ist extrem viel Gutes passiert“, so der Bischof. Dank neuen und „alten“ Medien war Kirche auch präsent und mit vielen Angeboten zur Stelle – von der Online-Bibelrunde bis zum Gottesdienst via Videokonferenz. Dennoch sei spürbar, dass das Nervenkostüm bei vielen dünner geworden ist. Problemen rund um Einsamkeit, Isolation und psychische Erkrankungen müsse man entgegenwirken. Speziell auf die Jugend dürfe man nicht vergessen, betonte Bischof Krautwaschl und ergänzte: „Haben wir alle je gelernt, mit einer Krise solchen Ausmaßes umzugehen? Das eine Konzept für die Zukunft gibt es vermutlich nicht. Das Bemühen aller bleibt das Wichtigste.“

Enttäuschung in Segensfrage. Die jüngste Erklärung der Vatikanischen Glaubenskongregation, wonach gleichgeschlechtlichen Paaren kein Segen zustehe, war ebenso Thema. „Das wirft gar kein gutes Licht auf unsere Familienarbeit und bringt viel Enttäuschung. Wie leben wir Kirche lebensfördernd und machen daher Gott, der Liebe ist, für alle mit seinem Segen erfahrbar?“, fragt sich Bischof Wilhelm Krautwaschl. Pfarrer Edmund Muhrer befürchtet, dass durch solche Herangehensweisen „letzte Brücken zur Kirche zusammenbrechen“. Stellvertretend für viele bestätigt Erich Hohl die Position des Ressorts Seelsorge & Gesellschaft der Diözese Graz-Seckau: „Wer aufrichtig um einen Segen Gottes bittet, muss von uns als Kirche ernst genommen werden und soll nicht abgewiesen werden!“ Kirche sei für alle da, so der Tenor.

Flucht und Asyl. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Diskussion zu Flucht und Migration. In seiner Tätigkeit als diözesaner Integrationsbeauftragter führte Erich Hohl mit einem Statement in das Thema ein. Der Diözesanrat zeigte sich dankbar, dass die österreichische Bundesregierung für Flüchtlingslager in Europa Hilfeleistungen gegeben hat. Trotz dieser Initiativen gelinge es bisher aber nicht, menschenwürdige Betreuungssituationen etwa in den Lagern in Griechenland und in Bosnien-Herzegowina zu schaffen. Daher fordert der Diözesanrat die Bundesregierung auf, an der raschen Aufnahme einer begrenzten Anzahl von schutzbedürftigen Familien mit Kindern in europäischen Ländern mitzuwirken und auch in Österreich im Rahmen einer solchen Rettungsaktion Flüchtlingen eine Lebensperspektive zu eröffnen.

Auch die Herausforderungen der Integration kamen zur Sprache: „Wir sehen dazu viele gelungene Initiativen in kirchlichen Netzwerken, sind uns aber bewusst, dass wir an diesen Projekten und an der inhaltlichen Auseinandersetzung verstärkt weiterarbeiten müssen.“ Im Blick auf problematische Abschiebungen tritt der Diözesanrat für die Weiterentwicklung des humanitären Bleiberechtes ein. Er dankte außerdem der Österreichischen Bischofskonferenz für ihre jüngste Erklärung zum Thema „Hilfe für Menschen auf der Flucht“ und die darin vorgenommenen klaren Positionierungen.

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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