Sonderbriefmarke
Bräustübl im Kleinformat

Präsentation der Sonderbriefmarke mit Abt Johannes Perkmann (2.v.l.).
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  • Präsentation der Sonderbriefmarke mit Abt Johannes Perkmann (2.v.l.).
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„Maria Krügerl“ nennen manche Salzburgerinnen und Salzburger augenzwinkernd das Augus­tiner Bräustübl in Salzburg-Mülln. Ab jetzt kommt das Bild des Traditionshauses samt Leberkäs und einem Krug Bier per Briefmarke in alle Ecken der Welt.

von Monika Hölzl

Unzählige Poststempel drückte Fritz Schwaiger vom Postmuseum Eisenerz in der Steiermark auf die Bräustübl-Sonderbriefmarken der Fans beim Sonderpostamt vor dem Abt-Nicolaus-Saal im Müllner Bräustübl. 180.000 Stück hat die Post davon gedruckt, mit einem Wert von 135 Cent reichen sie für schwerere Briefe im Inland und Standardbriefe ins Ausland aus.

Philatelistenverein St. Gabriel

Die neue Sonderbriefmarke ist Teil der Reihe „Gastronomie mit Tradition“. Diese Serie erscheint jährlich seit 2011, die letzte herausgegebene Sonderbriefmarke zierte 2020 das Schweizerhaus am Wiener Prater. Als Wilhelm Remes, Obmann des Philatelistenvereins St. Gabriel, seinen Vorschlag an das Entscheidungsgremium für Sonderbriefmarken bei der Post AG herantrug, gab es, entgegen der Gewohnheit, überhaupt keine Diskussion. „Dass das Bräustübl in der Reihe noch fehlt, war einfach klar“, erinnert sich Remes. Der Philatelistenverein St. Gabriel kümmert sich österreichweit darum, dass christliche Motive als Briefmarke erscheinen können. Dass das Bräustüberl – zur Hälfte im Eigentum des Benediktinerklosters Michaelbeuern – so gut zum Vereinszweck passt, freut den passionierten Briefmarkensammler Remes genauso wie Abt Johannes Perkmann.

Marke zeigt typische Speisen

Bei der Gestaltung der Sonderbriefmarken der Reihe „Gastronomie mit Tradition“ werden immer der Gastronomiebetrieb und im Vordergrund die dafür typischen Speisen abgebildet. Im Fall des Müllner Bräustüberls blieb es nicht bei einer Speise: zu sehen sind ein gut gefüllter Krug Bier mit Leberkäse, Radi und Breze. Eben das Einser­menü vieler Gäste aus nah und fern.


Menschen und Geschichten beim Sonderpostamt 

Elisabeth Friegseder

Elisabeth Friegseder aus Salzburg-Gnigl ist in Mülln aufgewachsen und schwärmt vom typischen „Bräustüblgeruch“, der schon ihre Kindheit geprägt hat. „Meine Mutter hat 50 Jahre in Mülln gelebt. Als sie sehr dement war, musste sie ins Pflegeheim übersiedeln. Da ist sie einmal ausgerissen und zu ihrer alten Wohnung hier in Mülln gegangen. Vergangenes Jahr ist sie verstorben und liegt jetzt auf der Himmelsterrasse in der Pfarre, zu Hause in Mülln. Zu ihrem 70. Geburtstag haben wir damals eine Überraschungsparty im Bräustüberl mit vielen ihrer Jugendfreunde gemacht. Das war ein Spaß!“

Ilse Hehenberger und Sohn Michael.

Ilse Hehenberger und Sohn Michael sind aus dem ober­österreichischen Wallern nahe Bad Schallerbach für einen Tagesausflug nach Salzburg zum Sonderpostamt gekommen. Das Bräustüberl hat Ilse Hehenberger mit ihrem Mann schon besucht, als Michael noch ein kleines Kind war. Michael und sein Vater sind leidenschaftliche Briefmarkensammler. „Das Bräustüberl hat ein einzigartiges Ambiente, strahlt eine Geselligkeit aus und ist typisch österreichisch. So etwas wie hier findet man kaum noch“, sagt Michael nach dem Kauf der Sonderbriefmarken. „Mein Sohn und ich sind Weintrinker, deshalb besorgen wir die Briefmarken. Mein Mann trinkt Bier und holt es grad“, lacht Ilse Hehenberger.

Abt Johannes Perkmann vom Klos­ter Michaelbeuern ist Geschäftsführer des Augus­tinerbräus. Als er bewegt von dem Ort an dem Mose die Zehn Gebote erhalten hatte, den Berg Sinai hinabstieg, kam er mit einer US-Touristin ins Gespräch. In Salzburg erinnere sie sich an eine „schöne kleine Burg“ (Festung Hohensalzburg) und eine schöne kleine Brauerei (das Bräustüberl). „Da war ich dann der Held des Tages.“

Autor:

Ingrid Burgstaller aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

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