Wünsche für das neue Jahr
Wird es dieses Jahr besser?

Ist es bald wieder anders? Vielleicht sind Bilder wie diese zwischen Enkel und Großeltern im Jahr 2021 Vergangenheit. Vielleicht aber müssen wir noch länger durch- und Abstand halten. �
  • Ist es bald wieder anders? Vielleicht sind Bilder wie diese zwischen Enkel und Großeltern im Jahr 2021 Vergangenheit. Vielleicht aber müssen wir noch länger durch- und Abstand halten. 
  • Foto: RB/Kzenon/shutterstock.com
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Das vergangene Jahr war eine Herausforderung für die Familien, weiß Kerstin Kordovsky-Schwob. „Heuer wird es hoffentlich besser“, blickt die Mama und Oma zuversichtlich ins neue Jahr. Für die Rupertusblatt-Leserinnen und -leser hat sie eine Ermutigung geschrieben.

„Wird´s besser, wird´s schlimmer, seien wir ehrlich, Leben ist immer lebensgefährlich.“ Dieser Spruch des deutschen Dichters Erich Kästner begleitet mich alle Jahre wieder ins neue Jahr. Er ergänzt sich wunderbar mit Dietrich Bonhoeffers „Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost das neue Jahr“, das ich in jeder Silvesternacht singen würde, wenn ich singen könnte! Heuer ist für mich ein neuer Favorit hinzugekommen: „Morgen wird´s besser.“ Diesen Satz habe ich aus einem Workshop des syrischen Poetry-Slam Autors Omar Khir Alanam mitgenommen, den sich meine Schulklasse online angehört hat. Diese Ermutigung haben sie gut brauchen können, meine 28 Schülerinnen und Schüler daheim vor den Laptops, seit Mitte Oktober aus dem üblichen Schülerleben herausgeflogen und ins Kinderzimmer verbannt. „Wird das Leben jemals wieder normal für uns?“, fragen sie sich. „Wann werden wir wie unsere älteren Geschwister fortgehen können, einen Tanzkurs besuchen oder auch nur wieder in die Pfadfinderstunde oder Musikschule?“„Mama, ich vergesse schon, wie es ist, in die Schule zu gehen,“ sagte meine 15-jährige Tochter unlängst. „Ich weiß nicht mehr, wie das Gefühl ist, eine Schularbeit zu schreiben.“

Ja, es ist wirklich so weit gekommen, dass sich meine Klasse auf den Schularbeitstag freut, weil da alle endlich wieder zusammen sind, verteilt auf Einzeltische, im Zwei-Meter-Abstand, mit Masken auf, ohne Pausenbuffet. Es ist total ungemütlich, der Wind pfeift durch die offenen Fenster und Türen, aber sie sind einfach glücklich, sich zu sehen und ihre Stimmen klingen viel fröhlicher als bei den Online-Unterrichtsstunden. Dabei sind sie alle sehr einsichtig und keiner von ihnen leugnet Corona oder verweigert das Maskentragen. Jede und jeder will seine Familie schützen, seine Großeltern besuchen dürfen und auf keinen Fall andere dazu verurteilen, in Quarantäne zu müssen.

Gemeinsam mit Abstand

Zehn Tage Hausarrest – was hätte ich ausfressen müssen, um eine derartige Strafe zu bekommen, heimlich den Weinvorrat der Eltern auszutrinken hätte jedenfalls nicht gereicht. Heutzutage reicht es, dass man sich im Bus zu nah an die Freundin gedrängt hat. Was geht in einer 15-Jährigen vor, die „K1“ ist und nicht mehr aus dem 8-m2-Kinderzimmer darf … daran haben unsere Stadtarchitekten nämlich nicht gedacht, dass das Kinderzimmer zur Zelle werden kann. Genug Platz hat so manche Familie am Land, dafür ist die Internetverkabelung nicht ausreichend und so fliegt man unfreiwillig aus dem virtuellen Unterricht heraus. Der Druck, der auf den Jungen derzeit lastet, ist enorm, nun gut, sie wurden nur auf die Couch und nicht in den Krieg berufen, heißt es immer, aber auch das Couch-Potato-Dasein ist nicht ungefährlich, die Anzahl psychisch erkrankter Jugendlicher steigt ständig und wir merken das auch in unserer (Online-)Schultätigkeit.

Ich glaube daran, dass es aufwärts geht

Selbst vor den Jüngsten machen die Corona-Maßnahmen nicht Halt. Mir hat es im Herzen wehgetan, zu beobachten, wie sich Klein-Heidi beim Einsteigen ins Auto auf die Krabbelstube freute, dabei ging es nur darum, Papa in die Arbeit zu fahren und dann ging´s wieder heim. Selbst für eine Eineinhalbjährige sind soziale Kontakte möglichst auch mit Gleichaltrigen für die Entwicklung wichtig und sie hatte sich gerade eingewöhnt und die ersten Freunde ihres Lebens kennen gelernt.„Morgen wird es besser“ – ja, ich glaube daran, dass es 2021 wieder aufwärts geht mit unserem Sozialleben. Vielleicht nicht im 1. Quartal, aber spätestens nach Ostern werden unsere Kinder und Jugendlichen wieder in Klassen sitzen, Fußball spielen oder zur Pfadfinder-Stunde gehen, den Tanzkurs doch noch besuchen und in Gruppen auf der Salzach-Brücke zusammenkommen. Und auch Klein-Heidi wird wieder in der Krabbelgruppe herumdüsen. Daran will ich einfach keine Zweifel zulassen und versuche auch, meine eigenen Kinder zu ermutigen. Die guten Mächte werden auch uns nicht im Stich lassen, wenn wir nur noch ein bisschen durchhalten!

Autor:

Ingrid Burgstaller aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

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