„Kirche ist mein Zufluchtsort“
Spaß in der Kirche und die ältere Generation

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Was bringt junge Menschen dazu, im pfarrlichen Leben mitzumischen? Ein Gespräch mit der Studentin Lisa Prast über ihr Ehrenamt, Spaß in der Kirche und die ältere Generation in ihrer Pfarre.

Wie sind Sie in die Pfarre gekommen, was war ausschlaggebend?
Lisa Prast: Das hat angefangen mit meiner Firmvorbereitung, durch die ich die Katholische Jugend kennengelernt habe. Das hat mir gleich extrem gefallen und ich wollte sofort mitmachen. Vorher gab es für mich relativ wenige Berührungspunkte mit der Kirche. Meine Motivation, mich in der Pfarre zu engagieren, war und ist die Gemeinschaft. Für mich ist es am wichtigsten, einander zu helfen und füreinander da zu sein. Das stelle ich über alles andere.

Welche Rolle spielen der Glaube und das soziale Engagement der Kirche?
Prast: Die Kirche ist eine Anlaufstelle für schlechte und schlimme Situationen, das finde ich sehr wichtig. Es wird nicht nur sachlich und mit Dingen geholfen, sondern auch emotional und seelisch. Das ganze passiert auf freiwilliger Basis und ohne Vorurteile. Der Glaube ist der Grundstein für die Gemeinschaft, denn sonst würden die Leute in der Pfarre auch nicht so zusammenkommen, wie sie es tun.

Sie haben selbst Jungschargruppen geleitet.
Was war Ihr Antrieb dazu?
Prast: Es gibt wenige Aktivitäten in Wels, die Kinder unter Aufsicht ausüben können. Die Jungschar ist ein tolles Angebot. Mir war mein Einsatz hier wichtig, weil ich Kinder gernhabe und ich gerne etwas mit ihnen mache.

Was unternimmt die Katholische Jugend in der Stadtpfarre Wels alles gemeinsam?
Prast: Viele Ausflüge, Spieleabende, Diskussionsabende, Grillfeste. Wir gestalten auch immer wieder die Liturgie mit, zum Beispiel bei der Ostermesse und bei den Kinder- und Jugendgottesdiensten.

Manche Jugendliche, die sich in einer Pfarre engagieren, sehen sich dabei in einer Minderheitenrolle. Wie ist das bei Ihnen?
Prast: Bei mir ist das anders. Wir sind 15 bis 20 Jugendliche, die sich in der Pfarre engagieren. Und ich verstehe mich auch mit der älteren Generation in der Kirche gut, die sind alle freundlich und lieb. Außerhalb der Pfarre fragen mich manche Leute schon, wieso ich mich in der Kirche einbringe, weil das in meinem Alter nicht so oft vorkommt. Dann erkläre ich es halt. Zum Teil habe ich andere Jugendliche so dazu gebracht, dass sie in die Pfarre zu Veranstaltungen mitkommen.

Sie arbeiten auch für das Pfarrblatt der Stadtpfarre Wels. Welches Bild von Kirche möchten Sie über das Pfarrblatt nach außen transportieren?
Prast: Mir ist wichtig, dass ich den Leuten zeige, dass bei pfarrlichen Veranstaltungen viele Menschen da sind und dass sie gesehen werden, wenn sie da sind. Sie sollen merken, dass bei Kirche auch Spaß dahintersteht und dass, wenn man sich einbringt, einem eine emotionale Sache entgegenkommt, einem auch was geschenkt wird.

Was ermöglicht die Pfarre jemandem, der ehrenamtlich mitwirkt und Teil der Gemeinschaft ist?
Prast: Für mich ist die Kirche ein Zufluchtsort. Wenn ich in die Kirche gehe, dann habe ich das Gefühl, dass alle Menschen ihre Sorgen vergessen können und ein wenig heiterer werden und ein schöner Tag und Abend bevorsteht. Ich kann meine Talente einbringen und machen, was mir Spaß macht.

Im Winter findet die Veranstaltung „Ah, du a do“ statt, die junge Menschen aus ganz Oberösterreich zusammenbringt, die sich in der katholischen Kirche engagieren. Welchen Stellenwert hat die Vernetzung über Pfarrgrenzen hinweg für Sie?
Prast: So ein großes Zusammenkommen ist auf jeden Fall interessant für mich. Wenn man Leute kennenlernen kann, die sich in den Pfarren einbringen, ist das eine gute Sache.

„Ah, du a do“ – Vernetzung von jungen Katholiken
Die Großveranstaltung „Ah, du a do“ der Diözese Linz soll möglichst alle erreichen, die zwischen 15 und 45 Jahren und in der Katholischen Kirche in Oberösterreich engagiert sind. Etwa die Ministrantin, die sich fragt, ob es überhaupt noch andere in ihrem Alter gibt, die an Gott glauben. Am Freitag, 31. Jänner und Samstag, 1. Februar 2020 bietet sich die Gelegenheit, in der Tabakfabrik in Linz mit jungen Menschen darüber ins Gespräch kommen. Die Veranstaltung ist kostenlos ist. Sie ermöglicht, selbst den Blickwinkel zu ändern, inhaltlich neue Perspektiven zu erfahren und darüber in Austausch zu kommen. Es gibt unter anderem Workshops, eine Party und einen Gottesdienst mit dem Bischof. Die Party wird am 31. Jänner mit Bustafied, Alpkan und der PSF Big Band und einer Feuershow mit Tanzeinlage über die Bühne gehen. Am 1. Februar werden unter anderem VIPs (very inspiring people) erzählen, wie sie versuchen, die Welt besser zu machen.
Detailinfos und Anmeldung:
www.dioezese-linz.at/zukunftsweg/ahduado

Autor:

Birgit Kubik aus Oberösterreich | KirchenZeitung

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