Neu gewählter Biko-Vorsitzender Lackner über Politik und Kirche
Bischofskonferenz unterstützt Klimavolksbegehren

Franziskanerpater Franz Lackner kurz vor seiner Bischofsweihe 2002.
  • Franziskanerpater Franz Lackner kurz vor seiner Bischofsweihe 2002.
  • Foto: Franz Josef Rupprecht
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Der Vorsitz in der österreichischen Bischofskonferenz wechselte am 16. Juni von Wien nach Salzburg. Erzbischof Franz Lackner präsentierte im Anschluss an die Vollversammlung in Mariazell deren Ergebnisse.

Nach 22 Jahren muss sich die Öffentlichkeit umgewöhnen. „Der Kardinal“ war Gesicht und Stimme der österreichischen Bischöfe in der Gesellschaft. Diese Rolle geht durch die Neuwahl in der Bischofskonferenz (kurz Biko) auf Erzbischof Franz Lackner über, der seinen Bischofssitz in Salzburg und nicht, wie lange gewohnt, in Wien hat. Auch er selbst muss sich an die neue Rolle gewöhnen, wie er nach der Biko-Vollversammlung vor Journalist/innen bekannte. Die Wahl sei zwar keine Überraschung gewesen, da es einer langen Tradition entspricht, dass der Vorsitz entweder in Wien oder in Salzburg liegt. Allerdings wollte der Erzbischof die Wahl nicht vorwegnehmen, er wollte innerlich frei bleiben und daher auch noch keine fertige Vision für seine Amtsführung vorlegen. Er versteht sich jedenfalls als Anwalt der österreichischen Kirche im Vatikan und als Anwalt des Vatikan in Österreich.

Asylsuchende aufnehmen

Bei der Präsentation der Ergebnisse der Vollversammlung in Mariazell hatte er ganz konkrete politische Ansagen der Bischöfe im Gepäck. Im Sinne des von den Bischöfen zu Pfingsten veröffentlichten Hirtenbriefs erinnerte er an die Notwendigkeit des „Geistes der Verbundenheit“: „Wir brauchen kein Virus des Nationalismus!“, sind sich die Bischöfe einig. „Wir sind dafür, ein faires Kontingent an Asylsuchenden und Vertriebenen in absehbarer Zeit aufzunehmen und zu versorgen.“

Dazulernen

Den Geist der Wertschätzung und Lernbereitschaft stellen die Bischöfe gegen den „permanenten Ungeist der Empörung, der Verdächtigung, des Vernaderns“. Es brauche einen Wettlauf der konstruktiven Ideen, der gewaltfreien Kommunikation und positiven Fehlerkultur. Außerdem distanzieren sich die Bischöfe klar von „Missbrauch und Instrumentalisierung von Religion durch die Politik“.

Klimawandel verheerend
Da die Folgen des Klimawandels längerfristig verheerender ausfallen würden als jene der aktuellen Pandemie, erinnern die Bischöfe an das vor fünf Jahren veröffentlichte prophetische Schreiben von Papst Franziskus, die Enzyklika „Laudato si‘“ und wollen verbindliche Regeln für eine ökologische und soziale Wirtschaft. „Das Immer-Mehr zerstört das Gemeinsame!“, richtete Erzbischof Lackner der Öffentlichkeit aus. „Die österreichischen Bischöfe unterstützen deshalb das Klimavolksbegehren“, dessen Eintragungswoche am 29. Juni endet. Lackner erwähnte auch die dramatische Situation der Indigenen im brasilianischen Regenwald, für die die politische Führung in Brasilien blind sei.

Gegen Gehetze
Im Geist der Lebensfreude plädieren die Bischöfe für einen neuen Umgang mit der Zeit, für Entschleunigung und für den Schutz des freien Sonntags.

Autor:

KirchenZeitung Redaktion aus Oberösterreich | KirchenZeitung

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