4. Sonntag der Osterzeit: Kanonikus em. Burmettler
Berufen zur Sorge füreinander

Mutter- und Vatersein sind wichtige Lebensaufgaben – im Hinblick auf die Kinder, um ihnen Lebenswerte zu vermitteln und ihnen den christ­lichen Glauben nahezubringen.
  • Mutter- und Vatersein sind wichtige Lebensaufgaben – im Hinblick auf die Kinder, um ihnen Lebenswerte zu vermitteln und ihnen den christ­lichen Glauben nahezubringen.
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Der 4. Sonntag der Osterzeit, 8. Mai, hat heuer zwei Schwerpunkte: Er ist Weltgebetstag für geistliche Berufe und Muttertag.
Das Sonntagsevangelium gilt für beide Lebensformen: Gott ist der gute Hirte. Ähnlich drückt es der Psalm 23 aus: „Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen. Dein Stab und dein Stock geben mir Zuversicht.“

„Geistliche“, Mütter und Väter, letztlich alle Menschen sind berufen, Hirtendienste zu leisten. Jesus Christus hat mit Worten und Taten seine Hirtenliebe bewiesen. Dies hat er den Aposteln und Jüngern übertragen.

Der Weltgebetstag weist hin, dass Priester, Ordensangehörige, Diakone, Bischöfe und der Papst berufen sind, für die ihnen anvertraute Herde zu sorgen. Dies ist der erste Aspekt priesterlichen Lebens. Es geht nicht um Macht oder Karriere, sondern um Dienst für die Menschen. – Bitte beten Sie, dass wir dieser Berufung gerecht werden.
Der zweite Aspekt ist die Verkündigung des Evangeliums. Als Priester haben wir die verantwortungsvolle Aufgabe, Jesus als Weg, Wahrheit und Leben zu bezeugen. Die Menschen sollen das Wort Gottes erfahren, besonders bei der heiligen Messe. Das optische Zeichen ist der Ambo, der „Tisch des Wortes“.

Der dritte Dienst ist die Spendung der heiligen Sakramente. Wir dürfen im Namen Jesu sprechen und handeln und auf die Gegenwart und das Wirken des Herrn hinweisen. In besonderer Weise geschieht dies bei der Feier der heiligen Eucharistie.

Priester sein oder einem
Orden angehören ist eine
Berufung von Gott.

Der Weltgebetstag soll alle Gläubigen ermutigen, für geistliche Berufe zu beten. Priester sein oder einem Orden angehören ist eine Berufung von Gott. Beten wir, dass die Berufenen den Ruf des Herrn erkennen und Kraft und Mut haben, „ja“ zu sagen zu dieser Lebensaufgabe, die durch Priestermangel und durch neue gesellschaftliche Situationen eine Herausforderung ist.

Als Stärkung für die Berufenen ist das Umfeld wichtig, z. B. wenn eine Familie gläubiges Leben vermittelt. Auch Pfarren müssen dafür ein guter Nährboden sein. Wenn Pfarrangehörige ein über­zeugendes Glaubensbeispiel geben, entsteht eine hoffnungsvolle Atmosphäre für Berufungen. Es ist wertvoll, dass regelmäßig in den Pfarrgemeinden um geistliche Berufungen gebetet wird. Monat­liche Gebetstage sind offiziell der erste Donnerstag und der erste Samstag im Monat.

Im Gebet sollen auch die Verantwortlichen der Priesterseminare miteingeschlossen sein. Diese sind von den Bischöfen beauftragt, die Theologiestudenten zu betreuen, zu ermutigen, aber auch zu prüfen, ob eine echte Berufung vorliegt. Das Gebet gilt ebenso den Professoren, die die Studenten an den Universitäten unterrichten.
Auch die Ordensgemeinschaften haben eine große Bedeutung. Gott, der Herr beruft Frauen und Männer in monastischer Weise zu leben und das Reich Gottes auf verschiedener Weise den Menschen nahe zu bringen. Die Klöster hatten immer schon eine große Ausstrahlung bei der Ausbreitung des christlichen Glaubens und für die Kultur unseres Landes.

Nicht vergessen dürfen wir, dass alle Ge­tauften bzw. Gefirmten berufen sind, lebendige Glieder des Volkes Gottes zu sein und die Hirtenaufgabe für die Mitmenschen auszuüben.

Der Muttertag soll hinweisen, dass Ehe und Familie eine Berufung sind. Das Sakrament der Ehe drückt den göttlichen Ursprung aus. Mutter- und Vatersein sind wichtige Lebensaufgaben im Hinblick auf die Kinder, um ihnen Lebenswerte und christlichen Glauben nahezubringen. Beten Sie am Muttertag um Segen für ihre Familie!
Dabei ist Maria unsere Fürsprecherin. Als geistliche Mutter begleitet sie uns, dass wir in rechter Weise leben können und nicht negativen Einflüssen unterliegen. Vertrauen wir ihr unser Leben an, besonders auch den Weltfrieden. Papst Franziskus hat dies als geistlicher Hirte am Fest Mariä Verkündigung vollzogen und Ukraine und Russland der Gottesmutter Maria geweiht.

Das Magnifikat Mariens soll Hoffnung durch Gott vermitteln: „Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er stürzt die Mächtigen vom Thron und
erhöht die Niedrigen.“

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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