Wort zum Sonntag Sr. Huberta Rohrmoser
Du bist mein geliebtes Kind

O Heiland, reiß die Himmel auf“, so flehen wir in der Adventzeit. Und dürfen in der Weihnachtszeit tatsächlich einen offenen Himmel erleben: Engel, Boten Gottes, kommen immer wieder auf die Erde, Josef erscheinen sie im Traum; eine Schar von Engeln verkündet den Hirten die frohe Botschaft.

Und vor allem: Der Himmel öffnet sich und der Sohn Gottes selbst kommt herunter auf die Erde, herein in unsere Lebenswelt, in unsere Welt, wie sie gerade ist, in das kleine jüdische Land, von den Römern besetzt. Und er reiht sich, gegen den Protest Johannes’ des Täufers, einfach unter den Menschen ein, die eine Bußtaufe wollen – obwohl er dieser natürlich in keiner Weise bedarf!

Offener Himmel

Der Himmel ist offen – Himmel ist ein anderes Wort für Gott: Gott kommt uns mit weit geöffneten Armen entgegen; in Jesus schickt er seine bedingungslose Liebe unter die Menschen, überschüttet er uns mit der Fülle seiner Liebe.

Bei der Taufe Jesu wird dies sichtbar, hörbar: Der Himmel öffnet sich über Jesus und der dreifaltige Gott offenbart sich uns in der Stimme des Vaters, im Heiligen Geist, der wie eine Taube auf den Sohn herabkommt. Gott teilt uns Menschen mit, wer Jesus ist: Dieser
ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.

Mensch geworden – ohne Abstriche

Gott ist in Jesus ganz und gar Mensch geworden, mit allen Bedürfnissen und allen Begabungen, allen natürlichen Grenzen des Menschseins. Kein Superman, kein Wunderkind, das schon alles weiß. Freud und Leid macht er in seinem Leben durch – so wie wir…

Was mich immer neu fasziniert und berührt: Offensichtlich braucht auch Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten die Zusage, dass er geliebt und begleitet ist, braucht auch Jesus den ermutigenden Zuspruch des Vaters.
Uns geht es in fordernden Situationen doch ganz ähnlich! Wie gut tut uns vor einer schwierigen Aufgabe der ermutigende Zuspruch eines Menschen, der uns gern hat. Menschen, die uns lieben, holen das Beste aus uns heraus, wecken Talente, von denen wir noch nichts wussten, stärken unser Selbstvertrauen.

Bedingungslos geliebt

Jesus gibt der damals üblichen Bußtaufe einen neuen Sinn: Sie wird für alle Menschen zur Zusage: Du bist
von Gott gewollt und bedingungslos geliebt, du bist mein geliebter Sohn, meine geliebte Tochter. Das zeigt besonders anschaulich die Kindertaufe – noch bevor wir fähig waren, eine Entscheidung für Gott zu treffen oder irgendeine Vorleistung zu erbringen, schenkte uns Gott seine fixe Zusage: Was auch immer dir in deinem Leben passieren mag, meine Liebe ändert sich nicht, du bist von mir geliebt!

Der emeritierte deutsche Bischof und bekannte Autor geistlicher Bücher, Franz Kamphaus, formulierte es einmal so: Wer der Liebe Gottes glauben kann, der ist an der Quelle. Denn „Gott ist die Liebe“ (1 Joh 4,16). Er ist zunächst und vor allem nicht ein Forderer, sondern der große Förderer unserer Liebe. „Er hat uns zuerst geliebt“ (1 Joh 4,19). Das ist der Grundsatz unseres Glaubens, eine Art Vor­zeichen vor der Klammer. Plus oder minus – das betrifft alles. „Er hat uns zuerst geliebt.“ Vor unserer Entscheidung für Gott steht seine Entscheidung für uns. Gott schreibt uns un­verbrüchlich ins Herz: Du bist geliebt, du hast bei mir einen festen Platz, du bist nicht nur in der äu­ßers­ten Ecke geduldet, sondern in meinem Herzen.

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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