Psychotherapeut und Priester: Herbert Weissensteiner
„Alle meine Beschäftigungen haben mit Dienen zu tun“

Herbert Weissensteiner
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„In meiner Lebensentwicklung war es so, dass ich mich mit dem Talent ,Helfen‘ schon sehr früh auseinandergesetzt habe“, erzählt der 69-jährige Herbert Weissensteiner, der im Jahr 2015 in St. Pölten zum Priester geweiht wurde. Schon in seiner Schulzeit seien immer wieder Mitschüler zu ihm gekommen, die „meinen Rat suchten, sich bei mir ausreden oder ausweinen wollten“. So habe er sich sehr früh für Psychologie interessiert und bereits mit 15 Jahren beschlossen, Psychologe und Psychotherapeut zu werden. Diesen Beruf übte er 40 Jahre in seiner eigenen Praxis bis 2019 aus. Sein Beruf sei ihm stets sein Hobby gewesen.

Im Jahre 2000 gründete Weissensteiner mit zwei Kollegen einen Hospiz-Verein, dessen Obmann er bis heute ist. Spätberufen studierte er noch Theologie und wurde zum Priester geweiht. „Alle meine derzeitigen Beschäftigungen haben mit Dienen zu tun“, so der Geistliche. Durch seine religiöse Einstellung habe er „darin den Sinn meines Lebens gesehen“. Als Pries­ter wirkt der gebürtige Wiener heute im Pfarrverband Lainsitztal, zu dem die fünf eigenständigen Pfarren Moorbad Harbach, Bad Groß-Pertholz, Karlstift, St. Martin und Harmanschlag zählen. Seine Heimat- und Wohnpfarre ist Hoheneich.

Immer wieder werde Weissensteiner gefragt, wie er die Belastungen in seinen Berufungen ertrage. Es sei ihm die Gabe geschenkt worden, dass „ich nichts für mich behalte, sondern alles in Gottes Hände lege“. „Und noch etwas hilft mir, nicht in ein ,Helfer-Syndrom‘ zu verfallen: Gott schickt mir durch zufällige Begegnungen die Menschen, denen ich helfen soll. So gesehen ist es nicht mein Verdienst, wenn ich bestimmten Menschen helfe, sondern sie sind von Gott gesandt.“

„Bis zum heutigen Tag sind meine Berufungen mein Hobby und ich sehe es als große Gnade an, helfen zu dürfen“, betont Weissensteiner. Auch Jesus Christus habe bei seinen Heilungen psychotherapeutische Methoden angewendet. Psychotherapie und Theologie seien keine Widersprüche, sondern Ergänzungen: „Wenn ich Zahnschmerzen habe, ist ein Gebet gut, aber auch ein guter Zahnarzt. Wenn ich seelische Leiden habe, ist ein Gebet gut, aber auch ein guter Psychotherapeut.“ So hoffe er, dass ihm Gott noch einige Jahre des „Dienens“ schenkt, „bis ich einmal mein Lebenswerk in Gottes Hände legen kann, was im letzten sein Werk ist“.

„Mein Hobby“ ist eine Reihe von Kirche bunt, in der außergewöhnliche Talente und interessante Hobbys von kirchlichen Persönlichkeiten vorgestellt werden.

Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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