Am 4. Dezember
Barbarazweige kündigen die Geburt Christi an

Aufblühende Barbarazweige – ein Hoffnungszeichen mitten im Winter und ein Hinweis auf die Geburt Christi.
  • Aufblühende Barbarazweige – ein Hoffnungszeichen mitten im Winter und ein Hinweis auf die Geburt Christi.
  • Foto: Julia Steinbrecht/KNA
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Zu Beginn des Advents steht Nikolaus im Vordergrund. Doch auch die heilige Barbara wird verehrt. Aufblühende Zweige erinnern an sie.

Sie ist eine der populärsten Heiligen. In vielen Kalendern ist der 4. Dezember als Namensfest der heiligen Barbara besonders ausgewiesen. Allerdings ist die historische Existenz der Heiligen ziemlich unsicher. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil ist der Tag deshalb nicht mehr im offiziellen Festkalender der katholischen Kirche aufgeführt.
Die Tochter des reichen Kaufmanns Dioskoros lebte der Legende nach in Nikomedia, dem heutigen Izmit in der Türkei. Im Jahr 306 starb sie demnach den Märtyrertod. Viele Erzählungen ranken sich um Barbara: So soll sie von ihrem heidnischen Vater in einen Turm eingeschlossen worden sein, weil er auf seine bildschöne Tochter eifersüchtig war und eine Heirat verhindern wollte. Während der Vater auf Reisen war, ließ Barbara sich heimlich taufen.

Auf der Flucht vor ihm soll sie durch eine Bergspalte entkommen sein und Unterschlupf bei einem Hirten gefunden haben, der sie schließlich verriet. Ihr Vater soll sie dem Gericht überantwortet und dann selbst enthauptet haben, um anschließend von einem Blitzschlag getroffen zu werden. Deshalb wird Barbara mit dem Blitz in Verbindung gebracht, bei Stürmen werden Gebete an sie gerichtet. Aus demselben Grund ist sie die Schutzheilige der Artillerie. Ihr Bildnis wurde früher häufig auf Waffenlagern und Pulvermagazinen aufgestellt.

Dargestellt wird die Heilige außerdem mit einem dreifenstrigen Turm, dazu Kelch, Hostie, Schwert oder Fackel. Mit letzterer deshalb, weil Barbara mit brennenden Fackeln gefoltert worden sein soll.

Seit dem Mittelalter gehört die Heilige auch zu den 14 Nothelfern und wird besonders zum Schutz vor jähem Tod und als Beistand der Sterbenden angerufen. Wegen ihrer Flucht durch eine Felsspalte wird sie auch als Schutzheilige der Bergleute verehrt.

Bergleute in Österreich bekamen frü­her am 4. Dezember Barbara-Brot aus Pfefferkuchenteig; in anderen Bergwerken ließ man ihr zu Ehren am Barbaratag das Licht im Stollen brennen, um vor dem Tod unter Tage geschützt zu sein. Dazu gibt es Bauernregeln und Wetterorakel. Ein bekannter Spruch lautet: Gibt Sankt Barbara Regen, bringt der Sommer wenig Segen.

Schon frühzeitig wurde Barbara Mittelpunkt besonderer Verehrung; der Kult hat seinen Ursprung im östlichen Mittelmeerraum. Das früheste Zeugnis für ihre Verehrung im Abendland bildet ein Pfeilerfresko von 705/706 in der Kirche Santa Maria Antiqua in Rom. Vermeintliche Reliquien kamen um 1000 nach Venedig.
Der Barbara-Tag ist seit dem 17. Jahrhundert mit besonderen Bräuchen verbunden. So werden an diesem Tag Weiden-, Kirsch- oder Forsythienzweige geschnitten und in einen Krug mit Wasser an einen warmen Ort gestellt, so dass die Blütenknospen zu Weihnachten aufbrechen. Blüten im tiefen Winter symbolisieren das neue Leben und die Übernatürlichkeit der Geburt Christi. Christoph Arens / KNA / Red.

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Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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