Jubiläum
50 Jahre Berufsgemeinschaft der Pfarrhaushälterinnen

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Corona machte ein Fest unmöglich: Am 17. November hätte die Berufsgemeinschaft der Pfarrhaushälterinnen der Diözese St. Pölten, der 176 Frauen angehören, das 50-Jahr-Jubiläum gefeiert. Die Berufsgemeinschaft, die im November 1970 durch Hedi Großmann und Generalvikar Alois Tampier ins Leben gerufen wurde, kann auf eine große Tradition mit vielen Feierlichkeiten, Wallfahrten, Einkehrtagen, gemeinsamen Urlauben und Weiterbildungskursen zurückblicken.

Schaffen Atmosphäre

Dechant Karl Hasengst, der die Berufsgemeinschaft von 1988 bis 2014 begleitet hat, sagt, warum die Haushälterinnen so wichtig waren und sind: „Für mich ist es vor allem die Schaffung von Atmosphäre im Pfarrhaus. Das beginnt mit der liebevollen Gestaltung des Hauses. Frauen haben oft einen besseren Geschmack als Single-Männer.“ Aspekte wie Blumen, gesunde Ernährung oder die Gastfreundschaft im Pfarrhof wurden und werden von den Pfarrhaushälterinnen geschaffen. Und der frühere Pfarrer von Scheibbs nennt noch einen weiteren Grund für die „Erfolgsgeschichte“: „Die wohltuende Stimme am Telefon, wenn es um Auskünfte geht und um Vermittlung von Terminen.“

Die ehemalige Vorsitzende Margret Pöchhacker erinnert sich an viele Treffen: „Die Fröhlichkeit und die positive Einstellung der Kolleginnen haben mich fasziniert. Lustige Anekdoten aus dem Alltag wurden erzählt und es gab ein tolles Bildungsprogramm.“ Als besondere Charakteristik der Berufsgemeinschaft nennt Pöchhacker die „Offenheit“. Die Pfarrhaushälterinnen seien offen für Neues und Veränderungen. Sie öffnen die Pfarrhaustür „für Menschen mit unterschiedlichen Anliegen und das Herz für Menschen, die uns brauchen“.

Bischof Alois Schwarz würdigt die Pfarrhaushälterinnen in der Sonderausgabe ihres Rundbriefs als „Perlen“ und „gute Geister“ in den Pfarrhäusern sowie als „Visitenkarten der Pfarren“. Dort finde Austausch statt, „hier wird über Leben und Tod gesprochen“, und in den Pfarrhöfen würden die Menschen dank der Pfarrhaushälterinnen gerne verweilen. Sie würden Gemeinschaft in der Kirche ermöglichen.

Viel sei durch die Berufsgemeinschaft ermöglicht worden, erinnert Maria Gedl vom Leitungsteam: Es wurde ein fixes Gehalt gezahlt, eine Zusatzrente errungen und ein Berufsbild erstellt.

Viel hat sich verändert

Freilich hat sich das Berufsbild sehr verändert: Waren es doch am Anfang oft Schwestern von Priestern, die sich um den Haushalt kümmerten. Gedl: „Es gab Frauen, die ihre ganze Lebensplanung auf die Arbeit in Kirche und Pfarre eingestellt haben und fleißig mithalfen bei Blumenschmuck, Kirchenreinigung usw.“ Der Lebensmittelpunkt sei ganz im Pfarrhof gewesen und man sei umgezogen, wenn Priester die Pfarre wechselten. Gedl weiter: „Heute, nach 50 Jahren, nehmen viele Frauen die Belas-tung von Familie und Beruf auf sich, um in Pfarrhof und Kirche für Ordnung zu sorgen und sie gehen dann heim zu ihrer Familie und ihrem Haus, wo wieder viel Arbeit auf sie wartet.“

Die Gemeinschaft mit den Berufskolleginnen, die berufliche Weiterbildung sowie gemeinsame Unternehmungen seien teilweise nicht mehr gefragt und notwendig. Man überlege, „was wir in Zukunft weiter anbieten werden und können, um eine gute und starke Berufsgemeinschaft zu sein“, erklärt Gedl. Die Berufsgemeinschaft müsse „einen neuen Weg suchen und ihn gehen, und wir gehen ihn in Vertrauen auf Gottes Hilfe und in Gottes Namen!“
Von den 176 Angehörigen der Berufsgemeinschaft arbeiten 70 Frauen aktiv als Pfarrhaushälterinnen, 27 weitere sind trotz Pensionierung noch im Pfarrhof oder Priesterhaushalt tätig und 79 sind pensioniert und leben alleine oder in einem Betreuungszentrum.

Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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