Viele Christen engagieren sich für die Umwelt
Tipps, um das Pfarrfest schöpfungsfreundlich zu gestalten
- Vorbereitung auf das Pfarrfest in St. Martin im Waldviertel
- Foto: Karl Tröstl
- hochgeladen von Wolfgang Zarl
Ein umweltfreundliches Pfarrfest ist kein Verzicht, sondern ein Ausdruck gelebter christlicher Werte. Es zeigt, dass der Glaube nicht nur im Gottesdienst, sondern auch im Alltag konkrete Formen annehmen kann“, betont Axel Isenbart, Umweltbeauftragter der Diözese St. Pölten. In den kommenden Wochen stehen viele Pfarrfeste an, manche verbinden das Fest mit der Erntedankfeier.
Begegnung und Schöpfung: Rückbesinnung auf Bibel
Bei einem schöpfungsfreundlichen Pfarrfest klingen verschiedene biblische Themen an: Gastfreundschaft – „drei Engel besuchen Abraham“, Gottes wunderbare Schöpfung – „am ersten Tag schuf Gott…“, Begegnung – „wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, bin ich mitten unter ihnen“.
Isenbart sagt: „Ein nachhaltiges Pfarrfest ist ein anschauliches Beispiel gelebter Nächstenliebe gegenüber zukünftigen Generationen, da es hilft, Ressourcen zu schonen und Müll zu vermeiden. Kinder und Jugendliche erleben, dass Kirche zukunftsorientiert handelt.“ Wenn Kirche konsequent nachhaltig handle, wirke sie glaubwürdig und anziehend für Menschen, denen Schöpfungsverantwortung ein Anliegen ist.
Wichtig ist es, regionale, biologische und fair gehandelte Lebensmittel für die Speisen zu verwenden. Es wird empfohlen, dass das Fleisch von den Bauernhöfen der Region kommt, Bio-Gemüse verwendet wird und selbstgebackenes Brot von Pfarrmitgliedern aus eigener Erzeugung gespendet wird. Für Gäste, die kein Fleisch essen möchten, kann selbstgemachter Gemüsestrudel angeboten werden. Ein umweltfreundliches Pfarrfest zeigt gelebte Verantwortung für Gottes Schöpfung. Schon mit kleinen Maßnahmen lässt sich viel bewirken, manchmal müssen aber auch gewohnte Abläufe in größerem Ausmaß überdacht werden.
Konkrete Tipps
Umweltfreundlich ist es, Porzellan oder Mehrweggeschirr und Metallbesteck zu nutzen. Um sich den Abwasch vor Ort zu ersparen, besteht mancherorts die Möglichkeit, Geschirr gegen Gebühr auszuleihen und ungereinigt wieder zurückzugeben. Bei Speisen sollte man besonders auf regionale, saisonale und biologische Produkte achten. Fair-Trade-Kaffee, -Tee oder -Zucker sind eine gute Wahl. Fleisch sollte aus artgerechter Haltung stammen, vegetarische und vegane Angebote bereichern das Buffet. Getränke aus Mehrwegflaschen und Dosenvermeidung ist ebenfalls wichtig. Wasser kann man in Krügen und Milch in Kännchen anbieten.
Das bisherige Speisenangebot sollte immer wieder überdacht und Alternativen wie Eierspeis, Maiskolben, Biowürstel angedacht werden. Manche Pfarren erweitern das Angebot mit attraktiven vegetarischen und veganen Speisen. Viele legen auch Wert auf saisonale Früchte – Erdbeeren im Juni, Äpfel und Trauben im Herbst.
Abfall lässt sich vermeiden, wenn man schon beim Einkauf bewusst auswählt. Reste können gesammelt und wiederverwendet werden. Viele Pfarrfeste verwenden Müllbehälter mit klarer Trennung.
Weitere gute Ideen sind eine rauchfreie Zone, Hinweise zur Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder ein Shuttle-Service. Auch nachhaltige Preise für regionale Produkte oder Handwerk sind zu empfehlen. Ebenso wie Tischdecken und Dekoration aus natürlichen, saisonalen Materialien.
Und: Pfarren sollten eine begleitende Öffentlichkeitsarbeit durchführen (Hinweise auf Plakaten, im Pfarrblatt, bei Ankündigungen): Werbung für die gute Sache ist wichtig. Schöpfungsfreundliche Pfarrfeste können eine „Visitenkarte“ für die Kirche sein.
Weitere Tipps bietet der Verein zur Förderung kirchlicher Umweltarbeit:
www.schoepfung.at
Autor:Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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