Sr. Pallotti Findenig
Wort zum Sonntag

Keine leichte Kost, das heutige Evangelium! Das ist doch entgegen aller Liebe – die kann doch nur freiwillig sein? Fordern kann ich – in einem Angestelltenverhältnis – Loyalität, korrekte Mitarbeit, Tragen von Verantwortung ... Aber Lieben?
Wir Christen sind nicht „angestellt“ bei Jesus Christus. Was sind wir Christen? In welchem Verhältnis zu ihm? Wir sind getauft, viele auch nicht freiwillig oder nicht bewusst nachgeholt. Und doch, wir sind mit ihm unauflöslich verbunden.
Es klingt wie eine Anmaßung, ihn über alles und über alle zu lieben. Jesus spricht da zu den Schülern, zu den Aposteln, die freiwillig mit ihm leben. Einen von ihnen, Petrus, wird er persönlich nach seiner Liebe zu ihm fragen: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?“ ( Jo 21,15) Und er fragt ihn dreimal. Er fragt nach einer Liebe in der Art der Caritas: gut sein, hilfsbereit, mitfühlend. Aber Jesus ist damit nicht zufrieden. Er fragt den Petrus, ob er ihn wie einen Freund liebe – nicht von Oben herab, nicht um Gutes zu tun, zu helfen; nein, absichtslos und auf der gleichen Ebene. Das ist etwas Unvorstellbares, so „Auf du und du mit ihm zu sein“. So an sich ziehen und binden will Jesus die Jünger. Diese Fragen und Forderungen gehören zum Fundament dessen, was er von den Mit-ihm-Lebenden fordert.
Jesus ist nicht ein Diktator, der blinden Gehorsam fordert mit einer „Friss Vogel oder stirb“-Politik. Nein, er ist einer, der zuerst sich selber gibt, aber dann dasselbe von den engsten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen fordert. Er will Mitliebende. Aber nicht jene, die Ihn durch andere Menschen oder die Schöpfung „hindurch lieben“, sondern Ihn in allen und allem lieben. Der Beweis der Liebe liegt im Tun: das eigene Kreuz auf sich nehmen: das Kreuz einer Krankheit, meiner Familienverhältnisse, meiner Veranlagung, eines Umstandes, der nicht verändert werden kann ... Dieser „Kreuzweg“ führt zum Leben. Zu begreifen ist er nur durch die Liebe, dass Weggeben reicher macht, Verlieren Gewinn bedeutet und letztlich Sterben Leben. Ich kann „nur beten“, dass mir dieses Lieben geschenkt wird.

Autor:

Gerald Heschl aus Kärnten | Sonntag

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