Ausstellung im Benediktinerstift St. Paul: Über Seuchen und andere Krankheiten
„Zur Hölle mit dem Himmel?“ – Pandemien und Glaube

Pestbild (Votivbild) in der Basilika Maria Loreto in St. Andrä: Die Pest auch in der Burg Hochosterwitz
  • Pestbild (Votivbild) in der Basilika Maria Loreto in St. Andrä: Die Pest auch in der Burg Hochosterwitz
  • Foto: Sitar
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Eine Sonderschau im Stift St. Paul beschäftigt sich mit Seuchen und anderen Krankheiten und blickt in die Medizin von anno dazumal. Der Ruf nach Gott um Heilung bildlich und spannend dargestellt.
von Katja Schöffmann

Die Erde steckt noch immer mitten in der Corona-Pandemie. Grund genug, sich intensiver mit dem Thema Seuchen, Pest und anderen Krankheiten aus früherer Zeit auseinanderzusetzen. Im Benediktinerstift St. Paul im Lavanttal gibt es bis 1. November die Möglichkeit, sich in der Ausstellung „Zur Hölle mit dem Himmel?“ intensiv mit den gesundheitlichen Bedrohungen auseinanderzusetzen.

Das Ringen um Heilung, Ruf nach Gott
Seit Menschengedenken sind Hungersnöte, Kriege und Naturkatastrophen Teil des Lebens. In der Schau im Stift geht es u. a. um Paracelsus (1493-1541), der ein Schüler in der Domschule in St. Andrä war. Er gilt aufgrund seines Wissens als einer der großen Vorbilder medizinischer Forschung in Europa. Aber auch Mediziner wie Emil von Behring, Alexander Fleming und Robert Koch dürfen als Pioniere im Kampf gegen Pandemien nicht unerwähnt bleiben.

Krankheit und Religion
Das Wechselspiel zwischen Pandemien und Religion zeigt sich im Stift eindrucksvoll am Kapitel „Pilgerbewegungen im Mittelalter“. Bereits damals verehrten die Menschen Heilige und sprachen ihnen besondere Heilkraft zu. Wallfahrer ließen es sich nicht nehmen, selbst zu „Gnadenorten“ zu pilgern, um Hife zu erbitten. Nicht zu vergessen die heilige Corona, die als Helferin bei Pandemien angerufen wurde. Das Blut von Januarius (Märtyrer und Bischof von Neapel) stand für die Ankündigung von der Cholera für Neapel. Glaube und Gebet waren lange Zeit hindurch die einzigen Mittel zur Therapie.
War eine Krankheit besiegt, wurden Pestkreuze errichtet und der Herr gepriesen. Als Ort der besonderen Kunst- und Kulturschätze ist das Stift St. Paul der ideale Ort für diese Ausstellung, die 20 Schauräume umfasst.

Wissenschaft und Glaube als Einheit
Glaube und Forschung stehen bei Krankheit nicht in Konkurrenz. So sagte schon Papst Pius VII., die Impfung ist ein Geschenk Gottes. „Ich denke, die Kirche darf sich diesen Dingen auch nicht verschließen. Es ist immer gut, einerseits die Schulmedizin zu sehen, andererseits das, was uns die Natur gibt, aber auch der spirituelle Gedanke hat einen wichtigen Platz“, erklärt Gerfried Sitar, Direktor des Stiftsmuseums.
Mit dabei auch die Göttliche Komödie von Dante. Die Künstlerin Christine Ottowitz beschäftigte sich mit dem Kapitel „Inferno“ (Hölle) und Fotografien am Computer gestaltet. „Man hat seine Bilder im Kopf und denkt sich: Schrecklich, was die Menschen im Mittelalter über das Jenseits, ihren Tod gedacht haben.“

„Zur Hölle mit dem Himmel?“
Ausstellung im Stift St. Paul im Lavanttal zu sehen bis 1. November
Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr
Informationen zur Ausstellung und Anfragen für Führungen: E-Mail: ausstellung@stift-stpaul.at, www.stift-stpaul.at

Autor:

Carina Müller aus Kärnten | Sonntag

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