Im Kärntendorf auf Madagaskar
Jetzt stehen 500 Häuser im Kärntendorf!

„Sie werden auf Madagaskar ganz sicher 500 Häuser schaffen. Aber dann werden es bestimmt noch viel mehr.“ Dies prophezeite Papst Franziskus dem Leiter des Slowenischen Missionsreferates und Rektor von Tainach, Josef Kopeinig. Nun ist diese Prophezeiung eingetreten. Kopeinig ist die Triebfeder hinter dem „Kärnten-Dorf“ in Akamasoa auf Madagaskar. Der slowenisch-argentinische Missionar P. Pedro Opeka hat dort eine ganze Stadt für die ehemaligen Müllmenschen errichtet. Von Beginn an konnte er auf die Hilfe von Josef Kopeinig und den Kärntner Spendern setzen.
Akamasoa – Gute Freunde
Kopeinig erinnert sich an die Anfänge vor mehr als 20 Jahren: „Ich war begeistert von dem Elan Opekas. Er stand den Ärmsten der Armen bei und steckte mit seiner Freude am Helfen an.“ Das erste Ziel: Kopeinig wollte 20 Häuser für Akamasoa spenden. Der Name in der Sprache Madagaskars heißt übersetzt: „Gute Freunde“.
Gute Freunde sind sie inzwischen geworden, der Missionar und der Kärntner Priester. Bald schon wurde Kopeinig klar, dass 20 Häuser nicht einmal ein Tropfen auf dem heißen Stein sind. Mit seinem unermüdlichen Einsatz konnte er viele Spender begeistern. So etwa den Kiwanis-Club Villach oder den Kiwanis-Club Kärnten und viele Einzelpersonen. „Ein Haus in Akamasoa war schon einmal ein Hochzeitsgeschenk, und zu runden Geburtstagen bekommen wir immer wieder Spenden“, freut sich Kopeinig.
500 Häuser als Zwischenziel
Dass jetzt das 500. Haus mit Kärntner Hilfsgeldern errichtet werden konnte, ist so etwas wie die Erfüllung eines Traumes. Kopeinig bestätigt aber die Vorhersagen des Papstes: „Es ist wunderbar! Aber es ist natürlich nur ein Zwischenziel, das wir erreicht haben. P. Pedro und die Menschen von Akamasoa brauchen auch weiterhin unsere Unterstützung“, zeigt Kopeinig alles andere als Ermüdungserscheinungen. Er ist überzeugt: „Wenn wir wirklich wollen, schaffen wir noch einmal so viele!“
Dabei ist ihm ganz wichtig: Mit den Spenden werden keine Häuser gekauft, hingestellt und die Leute können sich ins gemachte Nest setzen. Pedro Opeka geht es um viel mehr als nur ein Dach über dem Kopf für seine Schützlinge. Er will die Eigeninitiative fördern und fordert Eigenverantwortung.
Keine Geschenke
Bereits für 5.000 Euro kann ein Haus in Akamasoa errichtet werden. Allerdings bekommt man für diesen Geldbetrag lediglich das Baumaterial. Kopeinig, der P. Pedro Opeka bereits auf Madagaskar besucht hat, berichtet: „Im Gegensatz zu anderen Entwicklungshilfeprojekten wird den Leuten kein fertiges Haus hingestellt. P. Pedro will, dass die Menschen ihr Haus mit ihrer eigenen Hände Arbeit und durch Nachbarschaftshilfe errichten. Es ist kein Geschenk, sondern sie sollen dafür arbeiten und es in Würde erwerben.“ Erst nach fünf Jahren geht das Haus in den Besitz der Familie über. In dieser Zeit beweisen sie, dass sie ihr Haus gut instandhalten, aber auch den Nachbarn beim Bau von deren Häusern helfen. „Solidarität ist ein hoher Wert in Akamasoa“, so Kopeinig.
Insgesamt besteht die Stadt der „Guten Freunde“ aus 1.600 Häusern. Dazu gibt es Schulen und sogar ein Gymnasium. Denn um die Zukunft zu sichern, ist die Bildung für P. Pedro das Wichtigste. 14.000 Kinder besuchen die Schulen von Akamasoa. Das Unterrichtsmotto lautet: „Wurzeln und Flügel“. Die Kinder sollen ihre Herkunft kennen, aber auch wissen, dass sie Perspektiven haben. Ein zentrales Element in den Schulen ist der Sport. P. Pedro Opeka ist überzeugt, dass dieser nicht nur gesund ist, sondern auch das Selbstbewusstsein der jungen Menschen fördert. Das erste Mädchen, das P. Pedro aus dem Müll rettete, hat an der Universität studiert und ist als Lehrerin nach Akamasoa zurückgekehrt.
Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort
Für P. Pedro und Josef Kopeinig ist dies ein Vorbild für das, was hierzulande immer gefordert wird: Hilfe vor Ort und Hilfe zur Selbsthilfe. P. Pedro sagt selbst: „Menschen ohne Bildung, Arbeit und Zukunft sind die Flüchtlinge von morgen.“ Armut bekämpfen heißt Fluchtursachen bekämpfen.
Um Arbeitsplätze zu schaffen, haben P. Pedro und seine Leute Werkstätten errichtet. Nicht zuletzt dank Kärntner Hilfe steht inzwischen auch ein gut funktionierendes Krankenhaus in Akamasoa.
Ein Höhepunkt für P. Pedro und die Bewohner von Akamasoa war der Papstbesuch 2019 auf Madagaskar. Obwohl Papst Franzikus und P. Pedro aus Argentinien kommen, haben sie sich erst spät kennengelernt.
Papstbesuch
Bei einem Besuch von P. Pedro beim Papst war auch Josef Kopeinig sowie andere Spender dabei. Dieser Besuch war ein besonderes Erlebnis. Kopeinig: „Der Papst sprach P. Pedro und uns seinen Dank aus und ermutigte uns, diese gute Sache fortzusetzen.“ So hat Pedro Opeka seine Idee verbreitert. Auch in anderen Städten Madagaskars gibt es ähnliche Dörfer wie Akamasoa. Für sein Engagement ist P. Pedro weit über Afrika hinaus bekannt. Schon mehrfach wurde er für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen – so auch in diesem Jahr.
„Die Armut ist unvorstellbar groß und die Hilfe von P. Pedro die einzige Hoffnung“, weiß Josef Kopeinig und bittet um Spenden für Akamasoa unter: IBAN AT10 3910 0000 0005 6747 unter dem Kennwort „Madagaskar“

Autor:

Gerald Heschl aus Kärnten | Sonntag

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