Josef Marketz - die Chance für einen Neuanfang
Caritasdirektor Josef Marketz ist 66. Bischof von Gurk

Nun ist die Bestellung von Josef Marketz zum Kärntner Bischof kein Mediengerücht mehr, sondern fix. Josef Marketz war schon lange in der „Sonntag“-internen inoffiziellen Bischofsliste ganz oben gereiht. Nicht nur, dass er genau ins Schema unseres Papstes passt, haben wir ihn in seiner Funktion als Herausgeber als das erlebt, was Kärnten dringend braucht: einen großen Versöhner, der nicht davor zurückscheut, Probleme direkt anzusprechen. Marketz ist einer, der offene Gräben überbrückt, diese Brücke aber nicht dazu nutzt, Dinge zuzudecken.
Auf den neuen Bischof kommen große Herausforderungen zu. Da sind einmal wesentliche Weichenstellungen in zentralen Führungspositionen wie dem Wirtschaftsdirektor der Diözese. Man wird aber auch darauf achten, wie er mit dem belasteten Erbe seines Vorgängers umgeht. Er selbst hat einmal gesagt: „Die Zeit der Fürstbischöfe ist vorbei.“ Das weist schon deutlich auf ein verändertes Führungsverhalten hin. Vieles wird mit Josef Marketz neu werden. So stellt sich die Frage, wie etwa die Bistumsleitung organisiert wird. Auch andere Bereiche wird der bisherige Caritasdirektor verändern. So kann man sich kaum vorstellen, dass er weit weg vom „gemeinen Fußvolk“ in einem barocken Prunkschloß wohnen wird. Marketz lebt wirklich „mit“ den Menschen – nicht nur „nahe bei ihnen“. In seinen bisherigen Leitungsfunktionen bevorzugte er einen kollegialen Führungsstil, den er wohl auch als Bischof beibehalten wird.
Die Ernennung von Josef Marketz ist ein erster positiver Schritt des Vatikan für Kärnten. Das ist die Chance für einen guten Neuanfang. Nun aber sollte man sich in Rom auch zum zweiten wichtigen Schritt durchringen: eine klare Aussage zur Ära Schwarz.

Autor:

Gerald Heschl aus Kärnten | Sonntag

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