Aktion zum Familienfasttag
"Es muss nicht immer nur Suppe sein!"

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„Teilen spendet Zukunft!“ – Unter diesem Motto sollte im März die Aktion „Familienfasttag“ durchgeführt werden. In vielen Pfarren des Landes lud die Katholische Frauenbewegung zu den traditionellen Fastensuppenessen, und auch im Diözesanhaus fand eine Benefizveranstaltung statt. Der gesamte Erlös aus diesen Veranstaltungen sollte in ein Frauenprojekt in Indien fließen. Corona machte diesem Engagement ein jähes Ende.
Massiver Spendeneinbruch
Zahlreiche „Fastensuppenessen“ und die von engagierten Frauen durchgeführten Haussammlungen mussten abgesagt werden. Nicht nur der Suppentopf blieb also leer, auch der Spendentopf wurde nicht voll. Es kam zu einem Spendeneinbruch von ca 30 Prozent. Was tun?
Es galt, möglichst rasch eine kreative und gut umsetzbare Lösung zu finden. Denn: „Unsere Projektpartnerinnen haben derzeit einen erhöhten Finanzbedarf. Sie sind nicht nur vom Coronavirus stark betroffen, sondern es zeichnet sich auch eine Hungerkrise ab“, schildert Karin Zausnig, in der Katholischen Frauenbewegung (kfb) für den Familienfasttag und die Pfarrbetreuung zuständig. Monika Tuscher, kfb-Diözesanreferentin, setzte sich mit ihrem Team zusammen, und alsbald wurde eine tolle Idee geboren. „Es muss nicht immer Suppe sein“!, dachten sich die Frauen. Und schon gar nicht bei hochsommerlichen Temperaturen. Der eine oder andere Garten ist heuer dank Corona und der damit verbundenen Auszeit wesentlich besser bestückt als in den vergangenen Jahren. Erdbeeren, Himbeeren, Ribisel, Zucchini, Kräuter ... wachsen und gedeihen. Alles wartet darauf, geerntet zu werden. Und so beschloss „frau“, statt der sonst üblichen Fastensuppe allerlei veredelte Köstlichkeiten zu kredenzen. Die Frauen begannen alsbald sich gemeinsam ans „Eingemachte“ zu wagen.
Eine gute Alternative
Die große Abschiedsfeier am 1. Juli im Klagenfurter Diözesanhaus zu Ehren der scheidenden Seelsorgeamtsleiterin Anna Hennersperger bot dazu den idealen Rahmen. Aus allen Richtungen Kärntens waren die Festgäste gekommen. Kompott, Liköre, Marmeladen, Pesto & Co. fanden großen Anklang. „Wir sind überwältigt vom großen Interesse an unserem ,Standl` und vom sensationellen Spendenergebnis“, zeigt sich Karin Zausnig beeindruckt. Sage und schreibe 880,- Euro kamen in relativ kurzer Zeit zusammen. Das motiviert und könnte Schule machen. „Wir hoffen, dass über den Sommer oder aber im Herbst auch jene Pfarren, die ein geplantes Fastensuppenessen coronabedingt absagen mussten, eine ähnliche Aktion umsetzen können“, regt Monika Tuscher an. Gemeinsam mit Karin Zausnig bietet sie den Verantwortlichen in den kfb-Ortsgruppen gerne ihre Hilfe an.
Biolandbau in 18 Dörfern
Sr. Bina Stanis vom kfb-Projet „CASS-Landwirtschaft“ in der nordindischen Region Hazaribagh wird sich freuen. Im ursprünglichen „Garten der tausend Bäume“ finden sich heute viele Kohleminen. Die kleinstrukturierte Landwirtschaft musste dem Bergbau weichen, den Bauern vor Ort wurde die Lebensgrundlagen genommen. Sr. Bina Stanis, die Projektgründerin, legt großen Wert auf Bildung. Im Rahmen des von ihr ins Leben gerufenen Projektes lernen an die 2.000 Mädchen und Frauen alles Wissenswerte über Biolandbau. In insgesamt 18 Dörfern wird das erlernte Wissen praktisch umgesetzt. Es geht dabei um eine nachhaltige, selbstbestimmte Ernährungs- und Gesundheitsversorgung.
Zyklone, Heuschrecken, Hunger
Wie es den Projektpartnerinnen in Indien aktuell geht, schildert Eva Wallensteiner, Projektreferentin der kfb vor Ort. Demnach sei die Situation vor Ort derzeit äußerst schwierig und angespannt. „Die biblischen Plagen scheinen Indien fest im Griff zu haben: Hunger aufgrund der Ausgangsbeschränkungen, zwei Zyklone und dann noch die Wüstenheuschrecken! Millionen Arme sind von einem grausamen Überlebenskampf betroffen“, so Wallensteiner. Die Corona-Pandemie hat gleich wie in anderen benachteiligten Ländern des globalen Südens auch in Indien „verheerende Folgen“. „In Indien gibt es derzeit den größten Lockdown der Welt. 1,3 Milliarden Menschen sind davon betroffen“, berichtet die Projektreferentin, die insgesamt 30 von der kfb unterstützte Projekte in insgesamt zehn indischen Bundesstaaten betreut. „Die Situation wird immer schwieriger. Die Polizei prügelt Erwachsene und Kinder fast zu Tode, wenn sie auf der Straße nach Essen suchen“, berichtet Wallensteiner. Parallel dazu gebe es überquellende Gefängnisse und verwaiste staatliche Gesundheitseinrichtungen. Als Sündenböcke für diese Katastrophe müssen nun die Muslime herhalten, die als Coronaverbreiter deklariert werden. Hetze und Verfolgung stehen auf der Tagesordnung. Ebenso abgesperrte Dörfer, die Hilfslieferungen nicht durchlassen und so andere von der notwendigen Hilfe ausschließen.
Global denken und handeln
Doch jetzt den Mut zu verlieren, wäre ganz falsch. Und so kann sich Eva Wallensteiner auch schon über Erfolge in der Corona-Krise freuen. „Das landwirtschaftliche Arbeiten war verboten, die Menschen drohten zu verhungern. Unsere Partnerorganisationen haben mitgeholfen, die Erntehelfer im Abstandhalten zu trainieren.“ Und so konnte man bei den Behörden erreichen, dass Ausnahmen gemacht wurden. „Meine Hoffnung ist, dass wir es auch nach der Krise schaffen, zu teilen und zu schauen, dass wir alle auf diesem Planeten genug Platz, genug Luft und genug Wasser und Nahrungsmittel haben.“ – Daran kann jeder von uns mitwirken.

Autor:

Gerald Heschl aus Kärnten | Sonntag

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