Matthias Platzer, Religionslehrer in Pinkafeld und Oberwart, im Porträt
Unterricht ist keine Einbahnstraße

Matthias Platzer versucht seinen Schülern einen praxisnahen Unterricht zu gestalten.
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  • hochgeladen von Gerald Gossmann

Matthias Platzer ist Pfarrer und Religionslehrer aus Überzeugung. Er berichtet vom Alltag in der Schule und gibt Einblick mit welchen Methoden er das Interesse der Schüler zu wecken versucht.

„Die Unterrichtsstunde beginne ich immer mit einem Kreuzeichen“, erzählt Matthias Platzer. „Danach lasse ich die Schüler oft Spruchkarten mit Bibelstellen ziehen.“ Das mag nach einem Routingeprogramm klingen, ist es aber nicht. Für Matthias Platzer gleicht keine Stunde der anderen. Seit über 15 Jahren unterrichtet er das Fach Religion; zuerst in Niederösterreich, nun im Burgenland. Ein Schüler nimmt die Karte in die Hand und liest den darauf stehenden Text vor. „Jetzt muss ich sagen, wo das in der Bibel steht“, schmunzelt Platzer. Errät er die Stelle freuen sich seine Schüler. Greift er daneben lachen sie. Dieses Spiel soll nicht nur den Einstieg in eine Stunde erleichtern, sondern auch helfen, in ein neues Stundenthema hineinzufinden, erzählt der Pädagoge. Religionsunterricht ist für Platzer keine Einbahnstraße, sondern lebt vom Dialog mit den Schülern.

Bereits als Zwölfjähriger wollte Matthias Platzer Religionslehrer werden. Dieses Ziel verfolgte er: zuerst absolvierte er die Matura am BORG in Wiener Neustadt, es folgte ein Studium der Fachtheologie und Religionspädagogik an der Universität Wien. Seinen Zivildienst absolvierte er am Krankenhaus zum Göttlichen Heiland in Wien. Diese Zeit prägte ihn stark, förderte in ihm seine Berufung zum Priester und vertiefte außerdem seinen Glauben. Im Jahr 2008 trat er ins Priesterseminar der Diözese Eisenstadt in Wien ein, um es Jahre später als Geweihter wieder zu verlassen. Heute ist er Pfarrmoderator in Wolfau. Religion unterrichtet er in der HLW Pinkafeld, der SOB Pinkafeld, am Polytechnikum in Oberwart sowie in der Berufsschule Oberwart.

„Ich bin auch ein Suchender.“ Hat sich der Religionsunterricht in den vergangenen Jahren verändert? Nein, nicht der Unterricht hat sich geändert, „sondern ich habe mich verändert“, sagt er. Durch positive und negative Erlebnisse lernte er in dieser Zeit vieles dazu und sammelte Erfahrungen, die er seinen Schülern weitergibt. Das sei wie beim Radfahren – zuerst stürze man öfters, aber mit der Zeit fahre man sicherer und selbstbewusster, findet Platzer. Zum Beruf des Lehrers gehöre es seiner Ansicht nach dazu, dass man immer ein Suchender bleibe. Matthias Platzer vertraut auf Gott. Er will den Jugendlichen im Unterricht erzählen, dass Gott hinter jedem stehe und dass er jeden auch begleite, der ihn annimmt. „Tiefer als in die Hand Gottes können wir nicht fallen, wenn wir sie festhalten.“
Als Religionslehrer müsse er authentisch sein und hinter den Inhalten stehen, die er den Heranwachsenden vermittelt. „Die Schüler checken das sofort.“

Frischfleisch statt ausschließlich harter Fakten. Religionsunterricht verlaufe nicht nur nach dem Plan, den man sich zurechtlegt. Vieles bleibe bei den Schülern durch eine originelle Gestaltung hängen, ergänzt Platzer. Inhalte witzig oder spannend zu vermitteln gelinge nicht immer. Oft verbinde er im Unterricht die Religion mit Anekdoten oder auch traurigen Erfahrungen aus seinem Leben. Trockene Fakten interessieren nur die wenigsten. Er vergleicht daher den Unterricht mit einem frischen Stück Fleisch. „Wenn es auf einem Knochen pickt, dann kauft man auch den Knochen und die Suppe schmeckt viel besser.“ Nicht immer gehe sein Plan voll auf. Oft würde er gerne noch eine Frage beantworten, während er von der Pausenglocke unterbrochen wird. Ob seine Schüler bedauern, dass der Unterricht endet? „Sicher nicht“, sagt Matthias Platzer. „Auf die Pause freuen sie sich auf jeden Fall mehr als auf die nächste Stunde.“

Autor:

Gerald Gossmann aus Burgenland | martinus

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