Porträt: Magdalena Preineder (31), Religionslehrerin am BRG Mattersburg
„Manchen bin ich zu streng“

Magdalena Preineder legt großen Wert auf eine gute Beziehung zu ihren SchülerInnen: „Sie erzählen mir dann viel aus ihrem persönlichen Leben. Dieses Vertrauen ist mir sehr kostbar und wichtig.“
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  • Foto: Privat
  • hochgeladen von Gerald Gossmann

Die junge Pädagogin Magdalena Preineder möchte ihre SchülerInnen auf dem Weg zu reifen Persönlichkeiten begleiten – und dabei deren Horizont weiten.

„Ich wollte nie Lehrerin werden, das habe ich mir zu anstrengend vorgestellt“, erinnert sich Magdalena Preineder. Das aufgeweckte Mädchen wurde einst von ihrer Religionslehrerin ermuntert, sich das mit dem Lehramtsstudium durch den Kopf gehen zu lassen. Schon während der ersten Praktika wusste die Studentin: „Es ist das, was ich machen möchte, nicht nur ein Job. Das Lehrersein ist meine Berufung.“ Die 31-jährige ist ein kritischer Geist. Die Rahmensituation im Schulalltag könnte eine andere sein, glaubt die gebürtige Niederösterreicherin: „Der Religionsunterricht wird als Freifach gesehen. Das birgt Chancen aber auch Schwierigkeiten. Das Fach hat nicht diesen Stellenwert im Fächerkanon, deshalb muss die Eigenmotivation der SchülerInnen, an den Stunden teilzunehmen, sehr hoch sein.“ Hier in Mattersburg gibt es wenige Abmeldungen. Magdalena Preineder hat aber schon an mehreren Standorten unterrichtet und kann dadurch einen Vergleich herstellen: „Die Wissensunterschiede sind teilweise enorm.“

Die Rückmeldungenihrer SchülerInnen fallen recht unterschiedlich aus: „Ich glaube, es tut vielen gut, dass ich eine Meditation oder ein Gebet anbiete. Manche Schüler haben aber auch schon gesagt, dass ich zu streng bin.“ Anderen gefalle es, dass sie selbstständig arbeiten dürfen und beispielsweise Theater spielen, „aber ich bin in einem Lernprozess und versuche verschiedene Wege in der Unterrichtsgestaltung auszuprobieren.“ Zusätzlich absolviert die junge Lehrerin derzeit die Ausbildung zur Ethikerzieherin an der Pädagogischen Hochschule Burgenland. „Hier wird man auch mit Religionskritik konfrontiert, was sehr spannend ist. Die unterschiedlichen Sichtweisen finde ich sehr interessant.“ Besonders wichtig ist Magdalena Preineder die Frage nach der Vernunft, denn „Vernunft ist ein christliches Merkmal. Für mich ist Theologie von der Philosophie sowieso untrennbar. Was ich von Philosophie weiß, habe ich in der Theologie gelernt.“

Was kann Religionsunterricht bewirken?
„Alle Themen des Lebens können angeschnitten werden“, meint Magdalena Preineder. Und dabei wird gleichzeitig ein breites Wissen vermittelt: „Bei ethischen Fragen kann ich Geschichte, Biologie, Sprache und sogar Mathematik einfließen lassen.“ Die Klassen seien sehr interessiert an Gewissensfragen und -konflikten, am Islam und Judentum. Aber auch bei ethischen Themen wie Klonen, Abtreibung, Sterbehilfe, Frauen- und Menschenrechten gibt es viel Diskussionsbedarf. „Natürlich werde ich auch mit Kirchenkritik konfrontiert, aber die muss man zulassen.“

Für Magdalena Preineder ist es wichtig, junge Menschen zu ermutigen und sie dabei zu begleiten, sich zu reifen Persönlichkeiten zu entwickeln: „Sie sollen Stellung beziehen können zu sozialen und politischen Fragen und sich dabei eine begründete Meinung bilden.“
Dann fügt sie an: „An irgendetwas glauben wir alle. Wenn ich nicht an Gott glaube, glaube ich auch an etwas, nämlich nicht an Gott. Das hat Auswirkungen auf uns und die Gesellschaft.“

Autor:

Gerald Gossmann aus Burgenland | martinus

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