Religionslehrerin Elisabeth Brunner im Porträt
Herzensbildung mit der Reli-Eli

Elisabeth Brunner unterrichtet seit vielen Jahren katholische Religion am BORG Jennersdorf. Wie sie das Interesse der Jugendlichen an religiöser Bildung wachhält und dabei auf Herzensbildung Wert legt, erklärt sie im „martinus“-Porträt.

„In den letzten Schulstunden war der Coronavirus das wichtigste Thema im Unterricht“, erzählt Elisabeth Brunner, Religionslehrerin am BORG Jennersdorf. „Viele SchülerInnen waren verunsichert und wussten nicht, wie es weitergeht.“ Sie stellten Fragen und diskutierten miteinander. Ratlosigkeit und Betroffenheit machte sich breit. Am Ende der Stunde beteten sie gemeinsam und innig das Vaterunser. „Wir bestärkten uns gegenseitig und ließen uns bestärken.“ Für Elisabeth Brunner ist diese Unterrichtsmethodik nichts Neues. Immer wieder habe sie Themen aufgegriffen, die junge Menschen bewegen, erzählt die Religionslehrerin. „Das passiere ganz spontan und je nach Anlass.“ Wie jetzt in dieser Ausnahmesituation.

Erst über Umwege wurde Elisabeth Brunner Lehrerin für katholische Religion. Vor ihrer Schwangerschaft arbeitete sie über drei Jahre als Pastoralassistentin im mittleren Burgenland. Ihr Studium der Fachtheologie brachte sie nach Wien und Graz. In der Karenz kehrte sie aber wieder in ihren Heimatort zurück, in dem ihr Gatte, Willi Brunner, als Pastoralassistent wirkt. Die Schule wurde ihr Arbeitsschwerpunkt und die Pfarre ihr Lebensort. Zuerst waren es nur wenige Stunden an verschiedenen Schulstandorten im südlichen Burgenland. Später unterrichtete sie am BORG Jennersdorf; einer Schule mit über 230 Schülern. Dort hatte sie selbst im Jahr 1983 maturiert. Für die SchülerInnen sei der Religionsunterricht auch eine ganz besondere Stunde im lernintensiven Schulalltag, der – so ihr Eindruck – immer mehr Jugendliche zunehmend belaste. „In dieser Stunde werden sie mit ihren Sorgen, Ängsten und Nöten als Person wahrgenommen. Junge Menschen ein Stück auf ihrem Lebensweg begleiten zu dürfen ist ein besonderes Geschenk. Ich bin sehr gerne mit den Jugendlichen zusammen.“ Vor einigen Jahren unternahm Elisabeth Brunner jeweils mit den Maturaklassen Exkursionen in Klöster: Zunächst nach Pertlstein, später ins „Haus der Stille“ in der Nähe von Graz. 24 Stunden tauchten sie dort ein, um das Leben der klösterlichen Gemeinschaft kennenzulernen, gemeinsam zu beten, die Bibel zu lesen und sich auf den neuen Lebensabschnitt nach der Schule spirituell vorzubereiten. Die Lebensform der Ordensleute beeindruckte die Schüler, weil sie niemanden kannten, der so lebt.
Nach wie vor sei eine tiefe Sehnsucht nach Spiritualität unter den Jugendlichen vorhanden, stellt die Pädagogin fest. Sie bemüht sich daher, eine offene Atmosphäre für verschiedene religiöse Themen in der Klasse zu schaffen, um „den tiefen Schatz des Christentums bei den SchülerInnen zum Leuchten“ zu bringen, wie sie sagt.

Einige Schüler seien auch in ihrer Pfarre Jennersdorf aktiv, wo Elisabeth Brunner bei den Gottesdiensten als Kantorin singt. Mit vielen sei sie hier „per du“ und nicht die Frau Professor, schmunzelt sie. Viele kennen sie in der Schule auch unter dem Spitznamen „Reli-Eli“.
Der vorgesehen Lehrplan ist für Elisabeth Brunner eine wichtige Richtschnur. Themen aus dem Kirchenjahr, Judentum, Islam, der Bibel, Spiritualität oder Mystik kommen darin vor. Das sei sehr wichtig, da viele Schüler den Bezug zur katholischen Religion und zum Glauben von den Eltern nicht mehr mitbekommen würden. Doch das Unterrichtsfach erlaube viel Spielraum. Auch finde sie, dass es ein langer Prozess sei, Jugendliche zum Glauben zu führen. Elisabeth Brunner abschließend: „Ja, für mich geht es im Religionsunterricht neben der Wissensvermittlung sehr um Herzensbildung.“

Autor:

Gerald Gossmann aus Burgenland | martinus

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