Hannes Schopf starb am Karfreitag
Corona-Virus traf katholischen Journalisten

Hannes Schopf

Die Mahnung, dass schon bald jeder in seiner nächsten Umgebung mit Einschlägen des Corona-Virus konfrontiert sein könnte, hat sich im Journalistenkreis bewahrheitet.

Hannes Schopf (72) ehemaliger Chefredakteur des ÖVP-Pressedienstes, des Österreichischen Bauernbündlers, der katholischen Wochenzeitung Die Furche, sowie Sprecher des Verbandes Österreichischer Zeitungsherausgeber, zuletzt Mitglied des Presserates, hat seinen Kampf gegen den heimtückischen Virus verloren. Das besonders Tragische daran, er hatte noch im März eine Einladung von Freunden zu einem Skiausflug nach Ischgl angenommen. Kaum zurückgekehrt, machten ihm die ersten Symptome zu schaffen. Dass er sich gerade an einem Karfreitag von dieser Welt verabschiedete, hat Symbolkraft.

Hannes Schopf war ein „Urgestein“ des Verbandes Katholischer Publizistinnen und Publisziten Österreichs. Noch am Aschermittwoch ließ er sich gemeinsam mit seiner Frau Sieglinde bei der Verbands-Aschenkreizfeier in der Gruft des Stephansdomes das Aschenkreuz auf die Stirn zeichnen, Symbol für Tod und Auferstehung.

Mit Hannes Schopf verliert die Journalistengemeinde Österreich, insbesondere auch der Verband, eine Persönlichkeit, für die das berufliche Ethos, die Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit einen ganz hohen Stellenwert hatte. Er gehörte nicht zu jenen, die sich aus purem Populismus vom Main-Stream leiten, ja verführen ließen, sondern vertrat eine eigenständige, ernsthaft begründete, zum Nachdenken anleitende Meinung, die weit über die Tagesaktualität hinaus Bestand hatte.

Eine ganz wesentliche, verbindliche Richtschnur seines Handels bildete dabei der christlich-soziale Wertekatalog, auf den er sich nicht fast verschämt berief, im Gegenteil, er bekannte sich stets auch öffentlich dazu. Davon konnten sich nicht nur die Leserinnen und Leser überzeugen, das vermittelte er nicht nur in seinen Auftritten den jungen Kolleginnen und Kollegen während deren Ausbildungszeit sondern insbesondere auch den Persönlichkeiten in jenen Institutionen, für die er in den letzten Jahren als Sprecher gegenüber der Öffentlichkeit tätig war.

Es sind Worte, wie hartnäckig, gewissenhaft, kritisch sowie präzise und treffsicher, die für seine Arbeitsweise so typisch waren. Dazu gehörte auch sein Bekenntnis zum Glauben, zu dem er nicht bloß durch den Taufschein sich verpflichtet fühlte, den er offen praktizierte. So wurde er auch zu einem Vorbild für seine Verbindungen im katholischen Mittelschüler-Kartellverband. Verbunden der Tradition, aber aufgeschlossen für die Zukunft. So gehörte Hannes Schopf zu den Mitbegründern des Europäischen Kartellverbandes.

Unser aller Mitgefühl gilt in diesen Stunden seiner Frau Sieglinde und seinem Sohn Ulrich, die ihn in den letzten Tagen – und für sie besonders schmerzhaft, dass dies aufgrund der Quarantäne-Bestimmungennur in Gedanken möglich war – bei seinem Kampf gegen den Corona-Virus beistanden.

Dieser Beitrag von Herbert Vytiska erschien im Newsletter des Verbandes katholischer Publizistinnen und Publizisten Österreichs.

Autor:

Franz Josef Rupprecht aus Burgenland | martinus

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